Die ersten Arbeiten am „kleinen Campus“, wie Investor Wolfgang Ulrich in der Vergangenheit das Ärztehaus Murg bereits bezeichnete hat, wurden am Dienstagvormittag abgeschlossen. Die Mitarbeiter einer Spezialtiefbaufirma aus Baden-Baden-Steinbach waren die vergangenen Tage zugange und ließen den Boden rund um das geplante Ärztehaus buchstäblich beben. Jedes Mal, wenn die Bohrschnecke sich verkantete, wackelte der gesamte Boden. So manch Neugieriger blieb am Bauzaun stehen und beobachtete die Arbeiten.

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Mit hoher Kraft dreht sich der 880 Millimeter im Durchmesser große Schneidschuh in das Erdreich, bis er an ein Hindernis anstieß. Die sich in dem Bohrrohr drehende Bohrschnecke beförderte Erde und Steine nach oben. „Oft kommt es auch zu Bohrhindernissen, wie größeren Steinen, welche oft auch gut über 50 Zentimeter groß sein können“, berichtet Rico Bukenberger, Polier der Spezialtiefbaufirma. „Auf Gold sind sie nicht gestoßen“, fügte Bukenberger schmunzelnd hinzu.

Video: Peter Umstetter

Strom-, Gas- und Fernwärmeleitungen komplizierten die Arbeit. „Ist das Loch tief genug und wurden die vorgegebenen acht bis neun Meter tiefe erreicht, wird ein HEB-Träger eingeführt“, erklärt Bukenberger auf Nachfrage. In der Folge wird das Bohrloch um den Träger mit feinem 0,32er Schotter aufgefüllt und mit Wasser eingeschwemmt. Zum Schluss wird das Bohrrohr wieder entfernt.

Der Murger Bürgermesiter Adrian Schmidle (rechts) bedankt sich bei Polier Rico Bukenberger für den bisher eingehaltenen Zeitplan.
Der Murger Bürgermesiter Adrian Schmidle (rechts) bedankt sich bei Polier Rico Bukenberger für den bisher eingehaltenen Zeitplan. | Bild: Peter Umstetter

Insgesamt 47 dieser Träger mit einem Profil von 400 bis 500 mm wurden im Erdreich versenkt, um den „Berliner Verbau“ herzustellen. Ein Berliner Verbau, abgeleitet vom erstmaligen Einsatz in den 1930er Jahren beim Bau der Berliner U-Bahn, ist eine Trägerbohlwand, der das Nachrutschen von Erdreich in die Baugrube verhindert. Eine solche Baugrube wird als nächster Bauschritt entstehen. Mit einem Bagger wird das Erdreich zwischen den Trägern ausgebaggert. Nach und nach werden dann die Holzbohlen zwischen die HEB-Träger eingebaut.

 

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Nachdem der Erdaushub gemacht und die Baugrube fertig gestellt ist, kann dann mit dem Bau der Tiefgarage begonnen werden, welches unter dem Ärztehaus errichtet werden soll. Auch Bürgermesiter Adrian Schmidle beobachtete öfter den Fortschritt an der Baustelle und bedankte sich bei Rico Bukenberger dem Polier, für die gute Leistung. Zur Mittagsstunde rollte das 55 Tonnen schwere Drehbohrgerät auf einem Tieflader Richtung Westen.