Mit ihrem neuen Album „Il passo interiore – der innere Schritt“ gastierte die sizilianische Sängerin Etta Scollo am Sonntagabend bei den Laufenburger Kulturtagen. Die singende Erzählerin bezauberte und begeisterte gleichermaßen das Publikum in der Stadthalle in der Schweizer Schwesterstadt mit nachdenklich stimmenden Liedern und einigen heiteren Stücken.

Fasziniert vom inneren Schritt

Etta Scollo singt in starken und bewegenden Lieder, die das Leben schrieb und sie besticht mit ihrer betörenden Stimme, die ein breites Vokal-Spektrum zu bieten hat. Die Sängerin ist fasziniert vom „inneren Schritt“, von dieser Bewegung, die Jahre andauern kann, die man nicht sieht, aber dennoch viel bewegen könne, wie sie kundtat.

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Vor einigen Jahren ging sie diesen Schritt und fand dabei auch bewegende Texte, die sie in Lieder kleidete. Ihre Lieder sind innig, schmerzerfüllt, aber sie drücken auch Freude aus und sie erzählen Geschichten. Sie sind zum Weinen und zum Mitfühlen schön. Dabei beschreibt sie einen großen Bogen, angefangen von Gedichten, mystischer Lyrik, über politische Reden bis zu Zeitzeigen-Interview. Einen festen Platz hat bei ihr das Liebesgedicht. Etta Scollo erzählte dem Publikum viel über ihre Lieder und wie sie zu den Texten kam, denn sie sei keine Lyrikerin, sondern Sängerin, wie sie betonte.

Voller Leidenschaft und Emotionen

So singt sie voller Leidenschaft in starken bewegenden Bildern von der Liebe, vielmehr von der sizilianischen Liebe, die eine ganz besondere, von Traditionen und Konventionen geprägte, irgendwie andere Liebe sei, wie die Interpretin erklärte. Aber auch politische Aspekte sind in ihren Liedern zu finden. So kommt beispielsweise die ehemalige Bürgermeisterin von Lampedusa zu Wort, die angesichts der Flüchtlingsproblematik in einer Rede einen flammenden Appell an Europa richtete, die Etta Scollo zunächst, vor dem gesanglichen Beitrag, übersetzt in deutscher Sprache vorlas. Die bewegenden unveränderten Worte der Rede kleidete sie in eine Suite.

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Die Sängerin legt ihren Finger dabei in eine große europäische Wunde, ruft dazu auf wachsam zu bleiben und sie mahnte angesichts der Problematik: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir Menschen sind.“ Bewegend auch die Interviews einer Witwe und ihrer Tochter eines Grubenunglücks, die Etta Scollo in einen herzlichen musikalischen Ton eingebettet hat. Trotz allem Unglück, überstrahlen dabei die alltäglichen Gesten der Liebe das Unglück. Etta Scollo wurde auf der Bühne von einem kleinen aber feinen mit Akkordeon, Cello und Gitarre und allerlei Schlaginstrumenten begleitet.