Nach ersten Skizzen im letzten Herbst präsentierte das Architekturbüro Preiser aus Waldshut-Tiengen in der Ratssitzung vom Montag eine konkrete Entwurfsplanung für die neue Kindertagesstätte im Areal "In der Mühle". Die Planung gefiel und fand die Zustimmung der Räte. Die Kostenschätzung liegt bei knapp fünf Millionen Euro. Nächster Projektschritt ist der Bauantrag, und noch diesen Herbst oder Winter soll der Baubeginn erfolgen.

Das Gebäude für die Kindertagesstätte auf dem langen und schmalen Areal "In der Mühle" ist cirka 50 Meter lang, aus Holz und setzt sich aus gefälligen aneinandergereihten Einzelhäusern mit Satteldach zusammen. Der vordere Bereich zur Hauptstraße hin ist für Parkplätze vorgesehen, im Mittelbereich stehen die zweigeschossigen Gebäude und im hinteren Bereich des Areals ist das Freigelände für die Kinder eingeplant. Der Fußweg entlang der Murg bleibt bestehen. Die Einfahrt führt wie aktuell hinter der Volksbank hinunter in das Areal und die Ausfahrt auf der anderen Seite In der Mühle wieder hinaus auf die Kirchstraße.

Die Kindertagesstätte wird Platz für über 100 Kinder haben. Im Erdgeschoss ist eine Kinderkrippe mit Schlaf- und Wickelräumen für drei Gruppen vorgesehen, im Obergeschoss der Regelkindergarten mit entsprechenden Räumen für die Drei- bis Sechsjährigen mit ebenfalls drei Gruppen. Die Büroräume sind im Erdgeschoss vorgesehen, die Technik sitzt im Keller.

Pläne zur Bebauung des Filetstücks im Ortskern scheiterten in früheren Jahren am langen und schmalen Zuschnitt des Areals "In der Mühle". Jetzt passt die Planung.
Pläne zur Bebauung des Filetstücks im Ortskern scheiterten in früheren Jahren am langen und schmalen Zuschnitt des Areals "In der Mühle". Jetzt passt die Planung.

Das Gebäude aus Holz-Wandelementen ist auch im Innern mit möglichst natürlichen Materialien ausgestattet und da das Baurecht Barrierefreiheit vorsieht, wird es neben einer massiven Holztreppe auch einen Aufzug geben. Bei der Heiztechnik wird entweder ein System Luft/Wasserwärmepumpe mit Gas/Brennwerttherme oder Grundwasser/Wasserwärmepumpe eingesetzt. Die Räte ziehen letztere Möglichkeit vor, sollte die Probebohrung ein positives Ergebnis bringen. Die Räte sprachen sich außerdem dafür aus, das große Dachteil mit Photovoltaik zu versehen.

Ein gelungener Entwurf, ein sehr gutes Konzept, so die Rückmeldungen aus der Ratsrunde, die ausnahmsweise im Schmiedledick-Saal in Hänner tagte. Angesichts der Gesamtkosten von knapp 5 Millionen Euro sprach Rat Otto Frommerherz (CDU) dann aber doch von einem Wermutstropfen. Ratskollege Georg Kirschbaum (SPD) wollte wissen, ob denn Massivbauweise günstiger wäre. Das wären nur Marginaldifferenzen, meinte Architekt Ernesto Preiser. Weiter erklärte er zum Wunsch nach mehr Dämmung von Rat Hans-Jürgen Bäumle (CDU): "Wir sind energetisch schon ganz vorne mit dabei." Preiser verwies unter anderem auf die Dreifach-Verglasung der Fenster. Zu den Gesamtkosten von knapp fünf Millionen Euro ergänzte er: Jedes Gewerk sei einzeln berechnet worden, daher sei auch die Planungssicherheit hoch.

Kostenzusammenstellung

Gesamtkosten für die Kindertagessätte 5 Millionen Euro:

  • Gebäude 2,4 Millionen Euro
  • Technik 941 000 Euro
  • Erschließung 80 000 Euro
  • Ausstattung 260 000 Euro
  • Sonstige Ausstattung 39 000 Euro