Eine einzige Stimme gab den Ausschlag: Mit dieser knappen Mehrheit hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Treppe von der Kirchstraße hinunter ins Murgtal definitiv zu schließen. Zurzeit ist die Treppe aufgrund des Kindergartenneubaus im Areal „In der Mühle“ gesperrt und müsste bei einer Wiedereröffnung saniert werden.

Schon bei den Haushaltsberatungen 2019 war das Sanierungskonzept für die nördliche Zugangstreppe von der Kirchstraße her ins Areal „In der Mühle“ von der Verwaltung vorgestellt, dann wieder zurückgestellt worden. Der Grund für die Sanierung ist die Standsicherheit der Brücke, die in die Jahre gekommen ist. Inzwischen liegen die etwa 15 Jahre alten Fundamente frei. Die Treppe, eine beliebte und wichtige Wander- und Schulwegeverbindung, war seinerzeit im Rahmen des „Murgtalpfads“ realisiert worden.

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Für die Sanierung der Treppe waren 90 000 Euro veranschlagt. Bei einem Zuschuss von 15 Prozent hätte die Gemeinde noch knapp 76 000 Euro aus eigener Tasche zahlen müssen. Diese Summe war einigen Gemeinderäten zu viel. Sieben Gremiumsmitglieder stimmten gegen den Beschlussvorschlag der Verwaltung, die Treppe zu sanieren, sechs stimmten dafür und drei enthielten sich der Stimme. Damit war die die Sanierung der Treppe vom Tisch. Das Abstimmungsergebnis war überraschend, auch wenn die vorangegangene Diskussion unterschiedliche Standpunkte zutage gebracht hatte.

Gemeinderat Roland Baumgartner (Freie Wähler) hatte die Diskussion eröffnet zu diesem Thema und die Treppe als „unnötig“ bezeichnet. Es gebe andere Wegemöglichkeiten, verwies er auf die Murgtal- und Kirchstraße. Auch Georg Kirschbaum (SPD) lehnte eine Sanierung ab. Kirschbaum argumentierte mit Winter und Regenwetter, und dass der Weg im Dunkeln sowieso nicht nützlich sei.

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Für einen Erhalt der Treppe hatten sich vor allem die Gemeinderäte Gabriele Döbele-Kreutz (CDU) und Klaus Bossert (Grüne) stark gemacht. Döbele-Kreutz meinte mit Blick auf die zukünftigen Bewohner des Baugebiets „Auf Leim“, den Kindergarten und die Schule, die Treppe sei als Zugangsweg unbedingt zu erhalten. Die Gemeinderätin hob außerdem den „kleinen Naherholungsgrünweg“ zwischen Treppe und Fähristeg hervor, der mit der Schließung der Treppe nun aber hinfällig ist.

Ihr Gemeinderatskollege Klaus Bossert (Grüne) widersprach den Kritikern „vehement“. Der Weg sei Bestandteil der Schulwegplanung und werde von der Mehrheit der Schulkinder genutzt, dies wusste der Gemeinderat und Lehrer im Ruhestand aus seiner Erfahrung zu berichten. Bossert meinte weiter: „In ‚Auf Leim‘ wird es jede Menge Kinder geben“, die den Weg nutzen.“