Die Gemeinde Murg wird in Absprache mit der Geschäftsleitung des Kinderheims Doll und dem Landratsamt Waldshut den Kontakt zu freien Trägern suchen, um abzuklären, ob für das Kinderheim Doll ein tragfähiges Trägerkonzept erarbeitet werden kann. Die Gemeinde ist auch bereit, die Kosten für die Ausarbeitung dieses Konzepts gegebenenfalls zu übernehmen. Ziel der Aktion ist es, den Fortbestand des Kinderheims Doll zu sichern.

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Nachdem vergangene Woche öffentlich wurde, dass das Kinderheim Doll Ende August aus wirtschaftlichen Gründen schließen muss, schlugen die Wellen hoch. „Das ist ein sehr emotionales Thema“, bezog sich Bürgermeister Adrian Schmidle am Montagabend in der Gemeinderatssitzung auf Kommentare in Presse und Sozialen Medien: Das Kinderheim sei eine zentrale Einrichtung in Murg und solle von der Gemeinde übernommen werden. Für Murger Mitte, Hotzenhaus und Flüchtlingsunterkunft sei auch Geld da, gab Schmidle das Meinungsbild wieder.

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Am Montagnachmittag, noch vor der Sitzung des Gemeinderats, hatte Bürgermeister Schmidle dann mit den Fraktionssprechern des Gemeinderats zusammengesessen. Die Runde war übereingekommen, freie Träger in die Problematik mit einzubeziehen, um abzuklären, ob es ein tragfähiges Konzept für das Kindheim Doll gibt.

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Der Hintergrund: Das Kinderheim Doll hatte ursprünglich 24 Heimbewohner, heute sind nur noch 13 Bewohner erlaubt. Die insgesamt 15 Bewohner kamen bereits als Säuglinge oder im Kindesalter ins Kinderheim Doll und sind nun zwischen 48 und 52 Jahre alt. Geringere Belegung bedeutet aber auch geringere Einnahmen. Demgegenüber steht die Kostenexplosion durch zusätzliche Anforderungen wie Pflegedienstleitung oder Nachtwache.

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Finanziell schwierig wurde es, als zwei Kinder Ende 2018 in ein anderes Heim verlegt werden mussten, weil Kinder und Jugendliche seit Neuestem nicht mehr mit Erwachsenen unter einem Dach wohnen dürfen. Dadurch erhöhte sich das Defizit des Hauses noch weiter. Die Vorgaben der Landesheimbauverordnung bedeuten eine zusätzliche Schwierigkeit, dies wäre aber wohl lösbar, nachdem das Landratsamt entgegenkommende Vorschläge gemacht habe. Der Gemeinde Murg selbst ist laut Bürgermeister Adrian Schmidle in Bezug auf Unterstützungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt, da das Privatkinderheim als GmbH, also privatwirtschaftlich geführt wird.