Der Murger Altbürgermeister Michael Schöke wird am 14. Februar 75 Jahre alt. Als er sich 1991 in der Gemeinde Murg erstmals zur Wahl stellte, trat er gegen den amtierenden Bürgermeister Bernauer an. Mehr als 80 Prozent der Wähler schenkten Michael Schöke bereits im ersten Wahlgang das Vertrauen. „Mit einem so überzeugenden Wahlergebnis hatte ich nie gerechnet“, blickt Michael Schöke heute zurück. Das ihm entgegengebrachte große Vertrauen habe ihn einerseits gestärkt, das doch nicht einfache Amt auszuführen, andererseits auch angespornt, den Wählern mit einem hohen Engagement zum Wohle der Gemeinde zu danken.

Haushaltsplan als erste Amtshandlung

Wie Michael Schöke preisgibt, gab es zum Dienstantritt im September 1991 für ihn gleich eine große Herausforderung: Er musste erstmals einen Haushaltsplan für das kommende Jahr erarbeiten und der junge Murger Rechnungsamtsleiter, der heutige Herrischrieder Bürgermeister Christof Berger, hatte seine Stelle gerade erst angetreten. Aber Schöke habe von seinem Vorgänger einen geordneten Haushalt übernommen.

Verbesserung in vielen Bereichen

„Ich habe in meiner Amtszeit als Bürgermeister keinen Dom gebaut, aber in vielen Bereichen für Verbesserungen gesorgt“, sagt der Jubilar lächelnd. So sei während seiner Amtszeit bis 2017 in die Wasser- und Abwasserversorgung mit Kläranlage viel Geld geflossen, aber auch die Seniorenwohnanlage gebaut, ein Kindergarten in evangelischer Hand errichtet, ein Feuerwehrhaus erstellt und in Gemeindehallen investiert worden. Zu Schökes Strategie als Bürgermeister gehörte, die Verschuldung der Gemeinde möglichst niedrig zu halten. So lagen fertige Pläne für die Sanierung des Murger Freibades in der Schublade, aber Schöke hielt den Kostenaufwand für nicht vertretbar.

Sanierung der Soleleitung

Als eine für Murg besonders bedeutsame Maßnahme in seiner Amtszeit nennt Schöke die gemeinsam mit Nachbargemeinden betriebene Übernahme und Sanierung der ehemaligen Soleleitung. In Murg habe sich dadurch die Sicherheit der Trinkwasserversorgung deutlich verbessert. „Das war eine kleine Investition, deren Bedeutung sich angesichts des Klimawandels schon jetzt gezeigt hat“, sagte der Jubilar.

Viele lange Gemeinderatssitzungen

Die gewerbliche und bauliche Entwicklung in der Gemeinde war Michael Schöke wichtig. Die Berger-Seiba Technotex nach Murg zu holen, hat neue Arbeitsplätze geschaffen. Heute sei er froh und dankbar, sagt Michael Schöke, dass er im Ruhestand getrost nach Murg blicken könne, zumal die Gemeinde auch jetzt in guten Händen sei. In seiner Amtszeit habe er viel Unterstützung erhalten, kompetente Mitarbeiter hätten ihm die Arbeit erleichtert, er erinnere sich aber auch an viele sehr lange Gemeinderatssitzungen zum Wohle der Gemeinde.

Sprecher im Radio

Der 1944 geborene Michael Schöke wuchs nach der Flucht seiner Familie aus Schlesien im württembergischen Eislingen auf. Sein Vater war altkatholischer Pfarrer und wurde dann Seelsorger im badischen Blumberg. Zur Pfarrei gehörten verschiedene Nachbarorte bis nach Dettighofen. „Als Bub war ich natürlich bei den Gottesdiensten stets mit dabei“, sagte Schöke, "in die Gemeinden gingen wir zu Fuß". Während der Volksschulzeit arbeitete er in den Ferien als Hütebub, wofür es gutes Essen auf dem Bleichehof gab. Später besuchte Michael Schöke in Karlsruhe das humanistische Gymnasium. Während dieser Zeit war er regelmäßig als Sprecher in Kindersendungen beim Radio eingeladen, führte dann auch Regie beim Schultheater.

Studium in Freiburg

Schauspieler wollte er dann aber doch nicht werden, stattdessen ging er aus Abenteuerlust als Zeitoffizier zur Bundesmarine, war zuletzt Kapitänleutnant. Er studierte anschließend Jura in Freiburg und Tübingen, lernte hierbei seine spätere Frau kennen, die er zu Ende des Studiums heiratete. Nach der zweiten juristischen Staatsprüfung und der Referendarszeit beim Landgericht Waldshut ging es 1975 zur Stadt Bad Säckingen, bei der er Rechtsamtsleiter und Dezernent der Ordnungsverwaltung wurde. 1979 bezog er mit seine Frau Annerose ein Eigenheim in Bad Säckingen, drei Kinder wuchsen dort auf.

Engagement für die Städtepartnerschaft

Für Michael Schöke gibt es auch im Ruhestand keine Langeweile. So ist er seit 1999 Mitglied im Rotary Club Bad Säckingen, dessen Präsident er auch schon war. Seit dessen Gründung ist Michael Schöke auch im Freundeskreis Santeramo mit von der Partie. Nach mehreren Jahren als stellvertretender Vorsitzender ist er heute noch als Beisitzer im Vorstand vertreten. Mehrmals war er zu Besuch in der Bad Säckinger Partnerstadt, auch mit der ganzen Familie, zuletzt noch mit seinem Wohnmobil. Michael Schöke und seine Frau reisen gerne, früher wanderten sie viel, einmal sogar in Nepal. Jetzt in der Winterzeit frönt er immer noch dem Skisport, ob Alpin oder Langlauf. In jüngster Zeit ist er aber auch gerne mit den Schneeschuhen unterwegs.