Murg trauert um Karl Geck. Der promovierte Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie starb nach langer schwerer Krankheit am Sonntag im Alter von 76 Jahren in seinem Wohn- und Arbeitshaus im Ortsteil Hänner. Karl Geck war maßgeblicher Initiator von Murg im Wandel, deren Ziel ein erfülltes und zufriedenes, gleichzeitig aber ressourcenschonendes Leben in der Gemeinde ist. Aus Murg im Wandel gingen beispielsweise der Bürgerbus oder die Zukunftsgespräche hervor. Die Arbeit der Initiative wurde mehrfach ausgezeichnet, so 2016 mit dem Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis und dem Qualitätssiegel des Rats für Nachhaltige Entwicklung.

Schmidle: "Er war das Herz von Murg im Wandel"

"Wir verlieren mit Karl Geck einen ganz besonderen Menschen. Er ist viel zu früh von uns gegangen und hinterlässt eine große Lücke", erklärte der Murger Bürgermeister Adrian Schmidle. Er bezeichnete den Verstorbenen als "das Herz der Initiative Murg im Wandel". Seit dereb Gründung im November 2012 hat Gemeinderätin Sonja Sarmann eng mit Karl Geck zusammengearbeitet. "Wir werden auf jeden Fall weitermachen", kündigte sie an. "Das sind wir Karl schuldig."

Bereits kommenden Montag, 15. Oktober, wird Felix Finkbeiner von der Initiative Plant for the Planet um 18.30 Uhr in der Murgtalhalle zum 15. Zukunftsgespräch erwartet. Die Veranstaltung sei Karl Geck besonders wichtig gewesen, betont Sonja Sarmann. "Anfang des Jahres hat Karl uns angekündigt, dass er sich aus der Arbeit zurückziehen wird und dass das Zukunftsgespräch mit Felix Finkbeiner sein letztes sein wird." Jetzt könne er es leider nicht mehr erleben.

Ein unkonventioneller Mensch

Karl Geck lebte ein unkonventionelles Leben – privat und beruflich. 1972 gehörte er zu den Gründern der Die Free Clinic Heidelberg, die als ältestes selbstverwaltetes Alternativprojekt im deutschen Gesundheitswesen gilt und als psychosoziale Beratungsstelle bis heute fortbesteht. An der Psychosomatischen Klinik Bad Herrenalb war er Mitarbeiter von Walther Lechler, der der ein psychotherapeutisches Gemeinschaftskonzept für psychisch erkrankte Menschen begründet hatte. 1982 eröffnete Karl Geck im Murger Ortsteil Hänner, wo er bis zuletzt in einer Hausgemeinschaft wohnte, eine eigene Praxis. Schwerpunkte waren Gruppenprozesse, Einzel- und Paartherapien. Karl Geck veröffentlichte auch mehrere Bücher und Tonträger, die sich vor allem mit Liebe, Selbstliebe und Partnerschaft befassten. Seit 1997 war Karl Geck viele Jahre an der Süddeutschen Akademie für Psychotherapie in der Aus- und Weiterbildung tätig.

Projekt mit bundesweiter Beachtung

Viele Jahre lang war Karl Geck im humanitären und ökologischen Bereich engagiert. Um seinen 70. Geburtstag herum begann er sich mit der Transition-Town-Bewegung zu befassen und gewann andere Murger für die Gründung einer lokalen Initiative. Im November 2012 stellten sie Murg im Wandel im Gemeinderat vor. Die Initiative besteht aus heute den drei Arbeitsgruppen Bauen/Wohnen/Energie, Mobilität und Ein gutes Leben. Das am meisten bekannte Projekt der Initiative ist der Bürgerbus, über den Medien bundesweit berichteten. Weitere Projekte sind die Murger Lebensgeschichten, in denen ältere Murger aus ihrer Vita berichten, und die Murger Zukunftsgespräche.

Karl Geck hinterlässt eine Lebensgefährtin und zwei Söhne. Die Trauerfeier seinem Wunsch entsprechend im kleinen Kreis statt.