Die Gemeinde Murg wird den Klimanotstand nicht ausrufen. Mit 14 Nein-Stimmen hat der Gemeinderat den Antrag der SPD-Fraktion abgelehnt. Das sei eine Nummer zu groß, lautete die Meinung der Gemeinderäte, die außerdem betonten, dass die Gemeinde Murg schon viel für das Klima tue. Sie bekannten sich aber ausdrücklich zum Leitbild und der darin benannten ökologischen Verantwortung sowie zur Realisierung des Klimaschutzkonzepts und zur Unterstützung des Klimaschutzmanagers.

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Selbst Klimaschutzmanager Maximilian Rüttinger äußerte sich skeptisch zu den Konsequenzen, die das Ausrufen eines Klimanotstands in Murg bedeutet hätte: „Das ist eine Riesenaufgabe. Da bleibt keine Zeit mehr für anderes.“ Jemand müsste dann alle Projekte prüfen: „Um das zu leisten, brauchen wir ein bis zwei Stellen mehr. Die Frage ist: Brauchen und wollen wir das?“

Die Antwort der Gemeinderäte war ein klares Nein. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Gemeinde bereits ein Klimaschutzkonzept hat. Rüttinger hatte in einer Präsentation die aktuelle Bilanz gezogen. In den vergangenen drei Jahren seien 14 von 16 Maßnahmen umgesetzt worden, weitere neun seien am Laufen. Bürgermeister Adrian Schmidle sagte daher: „Lasst uns die Ärmel weiter hochkrempeln. Aber noch mehr Gas zu geben, ist in einer Gemeinde unserer Größe nicht möglich.“

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Auch Klaus Bossert (Grüne) meinte, ein Klimanotstand sei in Murg nicht angebracht. Er sprach in diesem Zusammenhang von „unseriöser Symbolpolitik“ und stellte fest: „Wir würden unsere bisherigen Beschlüsse relativieren.“ Timo Strasser (FW) bezweifelte, dass mit einem Klimanotstand Wohnmobile am Rhein noch tragbar wären. Stefan Ganser (FW) fragte mit Blick auf künftige Bauprojekte: „Was kommt da auf uns zu?“ Gabriele Kreutz-Döbele verwies auf das Leitbild Murgs: „Da steht schon alles drin.“ Dieser Meinung schlossen sich auch Sonja Sarman (Grüne) und Ulla Rünzi (FW) an: Das Leitbild sei ausreichend. Roland Baumgartner (FW) und Guido Wiesler (CDU) sprachen sich klar gegen einen Klimanotstand aus.

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Von Edith Becker (FW) und Bürgermeister Adrian Schmidle kam der Vorschlag, auch über die Punkte 1 und 2 des Beschlussvorschlags abzustimmen. Punkt 1 besagt, dass sich die Gemeinde zum Leitbild und der Leitvision ökologischen Handelns bekennt. Punkt 2 bestätigt die Entwicklung des Murger Klimaschutzkonzepts und die Unterstützung des Klimamanagers. Dafür gab es acht Ja-, vier Nein-Stimmten und vier Enthaltungen. Georg Kirschbaum (SPD) hatte sich bewusst aus der Diskussion herausgehalten und darauf beschränkt, den Antrag noch einmal zu skizzieren. Er hätte auch damit leben können, den Begriff „Klimanotstand“ durch einen anderen zu ersetzen.