Liebhaber der bachschen Orgelmusik werden beim zweiten Konzert der Reihe „Orgelmusik in Hänner“ am kommenden Sonntag, 30. Juni, 18 Uhr, voll auf ihre Kosten kommen: Dann wird der Organist Heinrich Walther alle sechs Triosonaten (BWV 525 bis 530) auf der Steinhoff-Orgel in der Kirche St. Leodegar und Marzellus spielen.

Heinrich Walther ist ein renommierter Organist und hat schon viele Tourneen hinter sich.
Heinrich Walther ist ein renommierter Organist und hat schon viele Tourneen hinter sich. | Bild: Florian Kleinefenn

„Diese Triosonaten gelten als Prüfstein für jeden professionellen Organisten und sind bis heute an den meisten Hochschulen Pflichtstücke bei Masterabschlussprüfungen“, erklärt der Organisator Stephan Kreutz. Da aber meist nur ein Werk verlangt werde, sei es eine besondere Herausforderung, alle sechs Triosonaten als Zyklus aufzuführen. Dieser Aufgabe wird sich der international bekannte Organist Heinrich Walther stellen. Er studierte Kirchenmusik und Klavier an der Musikhochschule Freiburg, am Conservatoire de Toulouse und später an der Southern Methodist University in Dallas und gewann Preise bei Wettbewerben in San Antonio/USA und Nürnberg. Tourneen führten ihn in zahlreiche europäische Länder, nach Nordamerika und Asien.

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Heinrich Walther unterrichtet an der Musikhochschule Freiburg sowie an den Hochschulen für Kirchenmusik in Heidelberg und Rottenburg. In CD-Aufnahmen widmete er sich unter anderem der „Kunst der Fuge“ von Bach, Werken von Mozart sowie der Romantiker Mendelssohn, Liszt, Reubke, Franck und Reger sowie dem Orgelwerk von Dieter Mack. In seiner kürzlich erschienenen CD „Dans la Mer“ geht es um baskische Musik der Spätromantik.

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In den sechs Triosonaten können die Zuhörer den intimen, kammermusikalischen Charakter der Orgel erleben, sind doch die aus zwei Oberstimmen und einem Bassfundament bestehenden Sonaten mit einer Triobesetzung zu vergleichen. Die Schönheit, Leichtigkeit und Eleganz dieser Werke wurden schon von Bachs Zeitgenossen gerühmt. Der Hörer kann sich an der sprudelnden Fülle scheinbar immer neuer Einfälle erfreuen.

Geschickter Komponist

Doch Bach wäre nicht Bach, wenn er seine melodische Fantasie nicht mit der strengen formalen Kunst des Kontrapunktes verknüpft hätte. Dies tat er so geschickt, dass er den Hörer gleichsam hinters Licht führte, denn dieser nimmt kaum wahr, dass sich etliche Passagen wiederholen: So tauschte Bach die Melodiestimmen aus, ließ sie in andere Tonlagen und durch andere Tonarten wandern und lockerte die kontrapunktischen Partien durch zierfreudige, spielerisch-homophone Abschnitte auf.

Viel Konzentration

Dem Organisten verlangen diese Triosonaten neben versierter Technik auch viel Konzentration ab, und man darf gespannt sein, wie Heinrich Walther die Farben der für das Barockrepertoire so gut geeigneten Steinhoff-Orgel einsetzt, um die Sonaten lebendig erscheinen zu lassen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Deckung der Unkosten wird gebeten.