Weihnachten, die Geburt Christi, wird von den Gläubigen in Murg und Laufenburg groß gefeiert. Die Kirchen waren überall voll. In allen Gemeinden konnten die Besucher Krippenspiele erleben, so zum Beispiel in der katholischen Kirche in Murg, wo ein Stern zum Weihnachtsstern und eine Blume zur Christrose wurden.

Eine Andacht im Vincentiushaus gab es mit Diakon Bolko von Reinersdorff und dem Männergesangverein.
Eine Andacht im Vincentiushaus gab es mit Diakon Bolko von Reinersdorff und dem Männergesangverein. | Bild: Gabriele Rasenberger

Zeitgleich fand nebenan im Vincentiushaus eine Andacht statt, die Diakon Bolko von Reinersdorff hielt. Der Männergesangverein begleitete dies musikalisch. Reinersdorff orientierte sich an dem berühmten Satz von Angelus Silesius: „Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.“ Er wollte den Senioren mit auf den Weg geben, dass Gott in uns selbst geboren werden muss und wie unbegreiflich es ist, dass Gott Mensch wurde.

In der katholischen Kirche in Luttingen war das Krippenspiel besonders professionell.
In der katholischen Kirche in Luttingen war das Krippenspiel besonders professionell. | Bild: Gabriele Rasenberger

Etwas Neues wurde in Luttingen ausprobiert. Es gab eine katholische Familienchristmette zusammen mit dem Krippenspiel, das den ganzen Gottesdienst dominierte. Es war nicht nur einfach ein Krippenspiel, es enthielt die Botschaft, wofür es alles zu danken gilt und was Frieden bedeutet. Zum Beispiel, wenn man sich für andere einsetzt und wenn man für die Bewahrung der Schöpfung sorgt. Pfarrer Klaus Fietz griff dies in seiner Predigt auf. Er machte darauf aufmerksam, dass es ein gutes Miteinander von Jung und Alt bedeutet, sich für den Mitmenschen einsetzen, aber auch: beten. Etwas schade war die Professionalität des Krippenspiels, die zum Schluss an eine Theateraufführung erinnerte und den Gottesdienst etwas verblassen ließ.

Pastoralreferentin Gabriele Trapp machte passende Bewegungen zu einem Gebet in der katholischen Kirche in Murg.
Pastoralreferentin Gabriele Trapp machte passende Bewegungen zu einem Gebet in der katholischen Kirche in Murg. | Bild: Gabriele Rasenberger

Dass es so nicht sein sollte, sondern das Jesuskind im Mittelpunkt stehen sollte, darauf wies das evangelische Pfarrehepaar Regine und Michael Born hin, auf den Minimalismus, mit dem Jesus auf die Welt kam. „Minimalismus will uns helfen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren“, sagten beide. Regine Born fügte hinzu: „Weniger ist mehr. Wir sind gezwungen, auf die Geschichte zu schauen. Auf das Wesentliche. Da lenkt keine Dekoration ab. Kein Drei-Gänge-Menü macht uns schläfrig. Wir schauen auf das Wesentliche. Nämlich, dass Gott selbst zu uns kommt.“

Auch in der katholischen Kirche in Murg gab es ein Krippenspiel.
Auch in der katholischen Kirche in Murg gab es ein Krippenspiel. | Bild: Gabriele Rasenberger

Ob dies uns gelingt? Das fragte Pfarrer Eberhard Günther am 25. in der evangelischen Kirche in Murg. Er las eine Fabel vor, bei der sich die Kinder über Weihnachten unterhielten und darüber, dass das Kind das Wichtigste ist. „Wissen das die Menschen?“ So lautete die abschließende Frage.

Dazu muss man Hören lernen, wie Pfarrer Klaus Fietz in Hochsal ansprach. „Nehmen wir den Schrei wahr, der uns aus der Ungerechtigkeit und Gewalt unserer Tage entgegentönt? Haben wir teil an der Hoffnung und der Kraft, die viele in und außerhalb der Kirche bewegt, die sich für Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung für alle Menschen einsetzen?“

In Murg gab es an Heiligabend die Gelegenheit, in Gemeinschaft zu feiern.
In Murg gab es an Heiligabend die Gelegenheit, in Gemeinschaft zu feiern. | Bild: Gabriele Rasenberger

Auch außerhalb der Gottesdienste ging es besinnlich zu. So luden Mitglieder der evangelischen Gemeinde in Murg ein, gemeinsam Heiligabend zu feiern. Jeder konnte kommen, egal welcher Konfession er angehört. Zwar standen die Gespräche der Menschen im Mittelpunkt, doch es wurde auch das Weihnachtsevangelium gelesen, Weihnachtslieder gesungen und besinnliche Texte vorgelesen.