Sogenannte Baumkataster dienen dazu, festzustellen, ob Bäume der Verkehrssicherungspflicht entsprechen oder eben nicht. Die Gemeindeverwaltung hatte daher die Firma Pfefferer Baumkultur aus Müllheim beauftrag, ein solches Baumkataster zu erstellen. „Es ist wichtig, dass wir rechtlich auf der sicheren Seite sind“, so Bürgermeister Adrian Schmidle. Nachdem die Erstaufnahme im ersten Vierteljahr dieses Jahres stattgefunden hatte, präsentierte die Firma das erste Baumkataster in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Erfasst wurden ausschließlich Bäume auf gemeindeeigenem Boden.

1175 Bäume in allen Murger Ortsteilen

Dies betraf insgesamt 1175 Bäume, die sich wie folgt verteilen. 107 Bäume in Hänner, 71 Bäume in Oberhof, 138 Bäume in Niederhof und 859 Bäume in Murg. Über das gesamte Kartengebiet wurde ein Kartenschnitt erstellt, in den alle aufgenommenen Bäume auch eingetragen wurden.

55 Bäume nicht verkehrssicher

Bei der Aufnahme stellte sich heraus, dass 55 Bäume nicht verkehrssicher sind. Ursache sind unterschiedliche Schadsymptome wie zum Beispiel Pilzbefall. Ein Großteil dieser Bäume wurde inzwischen bereits gefällt. Bei weiteren 151 Bäumen sind Pflegemaßnahmen erforderlich. Bei der Erstaufnahme stellte sich außerdem heraus, dass die Gemeinde Murg sehr wenig Altbäume hat.

Rat vom Experten

Dies sei in anderes Gemeinden nicht so, meinte dazu Hans Wagner von der Firma Pfefferer Baumkultur. Für gewöhnlich sei die Anzahl der alten und jungen Bäume in etwa ausgeglichen. Der Fachmann gab daher die Empfehlung ab, den einen oder anderen jetzt noch jungen Baum „durchwachsen“ zu lassen. Wagner dachte dabei vor allem auch an die neu gepflanzten Bäume in der Murger Mitte.

Genaue Beobachtung

Da die Bäume im Rahmen der Erfassung auch eingemessen wurden, kann künftig deren Entwicklungsstand genau beobachtet werden. Das Baumkataster dient so neben der Wahrung der Verkehrssicherheit auch als Grundlage für ein Managementsystem zur Verwaltung der Bäume und zur Dokumentation von Pflegemaßnahmen. Einmal pro Jahr sollte eine Kontrolle erfolgen. Im Baumkataster nicht enthalten sind die als Kleindenkmale erfassten Bäume in der Gemeinde Murg. Etwa die große Linde am Hirschenbrunnen. Sie stammt noch aus dem Jahr 1821.