Dass körperliche Bewegung der Gesundheit zuträglich ist, dafür liefert Liselotte Strasser ein gutes Beispiel. Sie feiert am heutigen Donnerstag ihren 90. Geburtstag. Die Jubilarin ist noch sehr rüstig und macht noch mindestens zweimal täglich jeweils einen einstündigen Spaziergang, bei dem sie stets von ihrer persönlichen polnischen Betreuerin begleitet wird.

Gründungsmitglied der Gymnastikgruppe

Sport und Bewegung war für sie immer schon wichtig. Als Gründungsmitglied der Gymnastikgruppe in Niederhof zählte sie bis vor einigen Jahren zu den fleißigsten Turnerinnen, war aktiv beteiligt an Grümpelturnieren und bei Tanzauftritten, zum Beispiel an Fasnacht. Des Weiteren war sie eine begeisterte Schwimmerin und ging bei schönem Wetter am liebsten ins Schwimmbad.

Keine leichte Kindheit

Liselotte Strasser verbrachte die ersten Jahre ihrer Kindheit zusammen mit sieben weiteren Geschwistern im schweizerischen Laufenburg, bis sie nach Deutschland abgeschoben wurden. In Luttingen fand die Familie ihre neue Wohnung. Hier lernte sie schon früh, was Arbeit bedeutet, indem sie ihre jüngeren Geschwister hüten oder ihrem Vater als Steinmetz helfen musste. In Albbruck-Albert bekam sie dann ihre erste Anstellung in der Metzgerei Eckert, was ihr und ihrer Familie sehr half, denn es gab immer was zu essen. In dieser Zeit lernte sie auch ihren späteren Mann Wilhelm (Willi) Strasser kennen, den sie 1949 heiratete. Gemeinsam bezogen sie im Haus der Schwiegereltern in Niederhof eine kleine Wohnung.

In dritter Generation

1950 kam ihr erstes Kind zur Welt. Bis zur Geburt ihres zweiten Kindes arbeitete sie weiter in der Seidenweberei in Laufenburg. Insgesamt brachte sie sechs Kinder auf die Welt. Gleichzeitig half sie aber auch ihrem Mann Willi, der 1952 im Haus in der Diegeringerstraße 43 den Getränkehandel gründete, bei der Herstellung und Abfüllung von Limonade im Keller ihres Hauses. Noch gut erinnert sich die Jubilarin daran, als die Bierniederlage der Brauerei Mutschler in Laufenburg hinter dem damaligen Gasthaus „Kaiserkrone“ übernommen wurde. 1961 wurde im eigenen neuen Gebäude in Niederhof weitergemacht und dieses stets erweitert. 1982 wurde das Geschäft an den ältesten Sohn Peter übergeben und besteht nunmehr in der dritten Generation. 2009 starb ihr Mann.

Sie kennt keine Langeweile

Für Liselotte Strasser gibt es auch in ihrem hohen Alter keine Langeweile. Als große Blumen-Liebhaberin kehrt sie oft von einem Spaziergang mit einem Blumenstrauß zurück. Essen und Trinken schmecken ihr immer noch und der Fernseher sorgt auch für abwechslungsreiche Unterhaltung. Besonders gerne schaut sie Fußballspiele oder Boxkämpfe an. Die Geburtstagsgratulanten werden heute sicherlich recht zahlreich sein. Dazu gehören auf jeden Fall die sechs Kindern, elf Enkel, zehn Urenkel und ein Ururenkel.