Das Interesse der Bürger, was in Hänner mit dem Mobilfunk geplant ist, ist nach wie vor ungebrochen. Das zeigte die rege Teilnahme bei der jüngsten Bauausschusssitzung in Murg am Montagabend.

Wie bereits in der Ortschaftsratsitzung Hänner vor zwei Wochen, erschien der harte Kern der Mobilfunkgegner mit Transparenten. An der damaligen Sitzung hatte der Ortschaftsrat Flagge gezeigt und mit fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung den Bauantrag für die Errichtung eines Mobilfunk-Antennenträgers an der Gewerbestraße 7 in Hänner abgelehnt.

Eigentlich wäre die Errichtung eines Mobilfunk-Antennenträgers in der geplanten Höhe in der Regel ja verfahrensfrei. Doch da die Bauherrschaft die Anzeigepflicht (acht Wochen vor Beginn der Maßnahme) versäumt hatte, muss nun ein baurechtliches Verfahren durchgeführt werden.

Der Hännemer Ortsvorsteher Dieter Muck appellierte nun an den Bauausschuss, auch ein Signal zu setzen. Ganz besonders wies er darauf hin, dass die Bereiche, in die sich Elektrosensible zurückziehen können, immer weniger werden.

Bürgermeister Adrian Schmidle gab zu bedenken: „Hier geht es um Baurecht, ich weiß nicht ob was ist. Ich benutze ein Handy, und es gibt viele, die damit arbeiten müssen. Bitte geht nicht auf uns los.“ Vielmehr sollten sich die Gegner an Landtagsabgeordnete und Bundestagesabgeordnete wenden, um sich gegen 5G zur Wehr zu setzen.

Gemeinderat Klaus Bossert hingegen meinte: „Ich muss abwägen zwischen Baurecht und meinem Gewissen als Gemeinderat. Selber besitze ich kein Handy, bin nicht 100 Prozent von der Schädlichkeit überzeugt, aber jeder bringt seine Kanonen in Stellung.“ Der Konsens für Bossert ist: „Wenn es nicht 100 Prozent sicher ist, dass es nicht schädlich ist, kann ich nicht dafür stimmen.“ Ganz anders argumentierte Gemeinderat Hans-Jürgen Bäumle die Notwendigkeit von Mobilfunk: „Auch Menschenleben können gerettet werden, deshalb muss ich zustimmen.“

Der Bauausschuss befürwortete mit sechs Stimmen den Bauantrag. Die einzige Gegenstimme kam von Klaus Bossert. Bürgermeister Adrian Schmidle schloss den Tagesordnungspunkt mit den Worten: „Ich kann die Bedenken nachvollziehen. Aber wir sind der falsche Adressat. Kämpfen Sie weiter.“

Und in Murg geht es auch weiter mit dem Ausbau. Bei den öffentlichen Bekanntgaben wurde mitgeteilt, dass die Gemeinde von der Telefonica Germany GmbH schriftlich informiert wurde, dass Telefonica Deutschland zur Verbesserung der Telekommunikationsstruktur in Murg einen bereits bestehenden Mobilfunkstandort um eine LTE-Sendeanlage erweitern will. Es geht hierbei um den Standort „Silo beim Anwesen Am Bahndamm 3 in Murg„.