Die Schweizer Radsportlegende Ferdy Kübler wäre am 24. Juli 100 Jahre alt geworden. Mit einer Reihe von Veranstaltungen ehrt die Lottstetter Nachbargemeinde Marthalen ihren berühmtesten Sohn. Bis Oktober ist im Ortsmuseum seiner Geburtsgemeinde jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr die Sonderausstellung „Vom Velokurier zum Weltmeister“ geöffnet. „Das ist ganz toll, was hier auf die Beine gestellt wurde“, sagte Christina Kübler, die Witwe des Schweizer Jahrhundertsportlers bei der Eröffnung.

Sie waren beeindruckt von der Ferdy Kübler Ausstellung in Marthalen (von links): Küblers Neffe Max, seine zweite Ehefrau Christina und der jüngste Sohn Stefan.
Sie waren beeindruckt von der Ferdy Kübler Ausstellung in Marthalen (von links): Küblers Neffe Max, seine zweite Ehefrau Christina und der jüngste Sohn Stefan. | Bild: Thomas Güntert

Im Fokus der Ausstellung stehen Küblers sportliche Erfolge. Im Jahr 1950 fuhr er bei der Tour de Frane alle in Grund und Boden und kam nach 4800 Kilometer im Sattel mit einem Vorsprung von zehn Minuten als erster in Paris an. Am 2. September 1951 wurde er im Spurt auf der Zielgeraden von Varese gegen fünf Italiener Straßenweltmeister. Zudem gewann Kübler dreimal die Tour de Suisse und war viermal Schweizer Meister.

Der Marthaler Karl Griesser, der seine Wurzeln in der Nacker Mühle hat, führt die Besucher im Ortsmuseum Marthalen durch die Ausstellung.
Der Marthaler Karl Griesser, der seine Wurzeln in der Nacker Mühle hat, führt die Besucher im Ortsmuseum Marthalen durch die Ausstellung. | Bild: Thomas Güntert

Neben seiner markanten Nase wurden nach der sportlichen Karriere auch der schwarze Mercedes und das weiße Outfit zu weiteren Markenzeichen. Im Gespräch mit dieser Zeitung erzählte Christina Kübler, dass sie nach dem Tod von Ferdy zwei Jahre lang keine Radrennen mehr anschauen und auch kein Golf mehr spielte konnte. Die Witwe sagte, dass ihr Ehemann bis in die 1980er Jahre Rennrad gefahren ist und sie immer etwas Angst um ihn gehabt hat.

Der Marthaler Karl Griesser, der seine Wurzeln in der Nacker Mühle hat, führte die Besucher durch die Ausstellung. Küblers Witwe Christina war beeindruckt.
Der Marthaler Karl Griesser, der seine Wurzeln in der Nacker Mühle hat, führte die Besucher durch die Ausstellung. Küblers Witwe Christina war beeindruckt. | Bild: Thomas Güntert

Sie sei eigentlich froh gewesen, als er mit ihr zusammen beim „Rheinblick“ in Nack das Golfspielen angefangen hatte, wo sie zu den Gründungsmitgliedern des Clubs gehören. „Beim Golf wäre er auch am liebsten Weltmeister geworden“, sagte Christina Kübler und drückte damit aus, dass Ferdy bei allem, was wer tat, einen unglaublichen Ehrgeiz entwickelte. Seine letzte Golfrunde auf dem Nacker Parcours spielte er mit 95 Jahren. Am 29. Dezember 2016 ist Ferdy Kübler in einem Spital in Zürich im 98. Lebensjahr gestorben.

Veranstaltungen: Am Freitag, 17. Mai, wird im Radhof ein historischer Tonfilm gezeigt und am Mittwoch, 24. Juli, liest Hanspeter Born im Alterszentrum Weinland aus seinem Buch „Ferdy Kübler“.