Der Gemeinderat hatte erneut über die Benutzungsordnung und Konzeption des Kindergartens „Hand in Hand“ zu entscheiden. Außerdem wurden Gebühren-Änderungen beschlossen, die im Durchschnitt eine Erhöhung um zehn Euro pro Monat bedeuten.

Mehr Plätze dank System "Optionaler Baustein"

Die im April befürwortete Änderung, wonach die Kleinkind-Gruppe in eine Gruppe für über Dreijährige mit verlängerten Öffnungszeiten umgewandelt wird, ist aufgrund der Raumgröße für maximal 24 Kinder schon wieder hinfällig: Es sind hier schon 25 Kinder. Außerdem soll das System „Optionaler Baustein“ eingeführt werden, was bedeutet, dass mehr Gruppen-Kindergartenplätze zur Verfügung stehen, wenn keine Kinder unter drei Jahren die Gruppe besuchen.

Belegzeiten werden individuell buchbar

Künftig sollen die Kindergarten-Belegzeiten tageweise individuell gebucht werden können, was eine flexiblere Platzbelegung ermöglicht. Deshalb wird die neue Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten nun als altersgemischte Gruppe auch für Kinder unter drei Jahren eingerichtet. Hier liegt die maximale Belegung bei 22 Kindern, wenn Unter-Dreijährige in der Gruppe sind.

Künftig öffentlich-rechtlicher Betrieb

Durch das Modell des Optionalen Bausteins können dennoch wie bisher 104 Kinder in fünf Gruppen im Kindergarten einen Platz bekommen. In der neuen Benutzungsordnung ist festgehalten, dass der Kindergarten künftig öffentlich-rechtlich betrieben wird, statt wie bisher privat-rechtlich. Aus diesem Grund spricht die Gemeinde künftig von Benutzungsgebühren statt wie bisher von Kindergartenbeiträgen. Diese Gebühren wurden völlig neu geregelt.

Änderungen im Detail

Ab dem dritten Lebensjahr kostet die Betreuungszeit am Vormittag von 7.30 bis 12.30 Uhr für ein Kind aus einem Ein-Kind-Haushalt 85 Euro; eine Mehr-Kind-Familie zahlt 56 Euro. Wer sein Kind bis nachmittags um 16.45 Uhr in der Einrichtung betreuen lässt, kann zwischen einem Tag, drei und fünf Tagen wählen, der Ein-Kind-Haushalt bezahlt dafür zwischen 130 und 185 Euro, die Mehr-Kind-Familie zwischen 90 und 124 Euro.

Des Weiteren können die Kinder auch nur bis 14 Uhr in der Einrichtung bleiben, auch hier besteht die Wahl zwischen einem Tag, drei oder fünf Tagen. Die Gebühren sind dann rund 30 Euro geringer. Außerdem bietet die Kinderbetreuungseinrichtung auch noch das Modell des Platz-Sharings an: In diesem Fall bezahlt die Ein-Kind-Familie für die Vormittagsbetreuung 40 Euro, die Mehr-Kind-Familie 30 Euro, bis 14 Uhr 60 Euro, beziehungsweise 45 Euro und bis 16.45 Uhr 90 Euro, beziehungsweise 70 Euro. Für Kinder mit Wohnsitz im Ausland wird der vierfache Satz erhoben.

Beschwerdemanagement und konstruktive Kritik

In der geänderten Konzeption wurde als Ergänzung das Eingewöhnungskonzept detaillierter definiert sowie das Beschwerdemanagement auch für Kleinkinder genauer erläutert. „Spaß und Freude am Kindergartenalltag müssen durch die Eingewöhnungsphase gewährleistet sein, dies gilt auch für den Übertritt vom Krippenbereich in den Regelkindergarten. Beschwerden werden als konstruktive Kritik bewertet, dass sich auch die Jüngsten in der Einrichtung wohlfühlen, steht im Fokus“, erklärte Kindergartenleiterin Nicole Kummle, die das Konzept vorstellte.