Mit drei Gegenstimmen genehmigte der Lottstetter Gemeinderat den Antrag der Firma Häring zum Kiesabbau im Gewann Untere Höhnen. Während die CDU, die Grünen und die Freien Wähler sowie Bürgermeister Jürgen Link dem Antrag zustimmten, lehnte die SPD-Fraktion den Antrag geschlossen ab.

Die alte Kiesgrube ist wieder verfüllt, nun braucht es eine neue Fläche zum Abbau. Bild: Ralf Göhrig
Die alte Kiesgrube ist wieder verfüllt, nun braucht es eine neue Fläche zum Abbau. Bild: Ralf Göhrig

Hintergrund dieses Antrags mit einer reduzierten Abbaufläche ist der Umstand, dass der Regionalverband sein Einvernehmen für die ursprünglich beantragte Fläche von knapp vier Hektar noch nicht erteilt hat, was jedoch weniger ein grundsätzliches Problem darstellt, sondern mit einem Terminverzug begründet wird.

Fortbestand der Firma

Da die Firma Häring die letzte Abbauzone der Kiesgrube Stieg zwischenzeitlich vollständig ausgekiest hat und momentan die Fläche verfüllt und wieder rekultiviert, ist es aus wirtschaftlichen Erwägungen – auch um Arbeitsplätze zu erhalten – notwendig, weitere Flächen freizugeben. Bei einer Abbaufläche von weniger als einem Hektar muss der Regionalverband nicht zustimmen. Die genehmigte Fläche sichert den Fortbestand der Firma Häring auf etwa drei Jahre. Nach dem Kiesabbau muss eine Verfüllung mit natürlichem Erdmaterial und die Rekultivierung zur landwirtschaftlichen Nutzung erfolgen.

Bedenken der SPD

Axel Holzscheiter (SPD) äußerte Bedenken und befürchtet eine Salamitaktik des Betriebs, die den Regionalplan unterläuft. „Man sollte besser abwarten, bis die Zustimmung für die ganze Fläche erfolgt ist.“ Hauke Schneider (Freie Wähler) hingegen sah keinen Grund, den Abbau freizugeben: „Das hatten wir bereits so geplant, und die zeitliche Verzögerung beim Regionalverband darf nicht zum Nachteil des Betriebs werden.“

Zwei Feldwege zum Abbau

Arnulf Maier (Freie Wähler) wollte wissen, ob die verringerte Fläche nicht zu klein und ein sicherer Böschungswinkel einzuhalten sei. Bürgermeister Link konnte diese Bedenken ausräumen: „Diese reduzierte Fläche entspricht dem 1. Abbau-Abschnitt, so wie es geplant war und wir bereits zugestimmt haben“, so der Bürgermeister. Um den Kies abbauen zu können, müssen zwei Feldwege, die in der Fläche liegen, der Firma Häring zum Abbau überlassen werden. Hier stimmte der Gemeinderat einstimmig für die Nutzung der 1271 Quadratmeter großen Fläche.