Herr Link, das Ende Ihrer zweiten Amtszeit als Bürgermeister endet im kommenden Jahr, werden Sie noch einmal kandidieren?

Ja, meine derzeitige Amtszeit endet am 3. Oktober 2019, Entscheidungen trifft man, wenn sie anstehen, ich werde mich im Frühjahr 2019 erklären.

Wo begann Ihre Laufbahn in der Kommunalpolitik?

Beim Bürgerverein Mühlburg, der Interessenvertretung eines Karlsruher Stadtteils, in dem ich wohnte.

Welches war das überraschendste Ereignis im Öffentlichen Dienst und welches als Bürgermeister?

Das Besondere an meinem Beruf ist, dass man täglich mit Überraschungen rechnen kann, kein Tag ist wie der andere.

Lottstetten hat sich neben Jestetten als östlichste Gemeinde im Landkreis stark entwickelt, Baugebiete wurden ausgewiesen und die Bevölkerungszahlen sind gestiegen, insbesondere in die Kinderbetreuung und ins Schulwesen hat die Gemeinde viel investiert. Was sind künftige große Herausforderungen?

Neues erschaffen ist das eine, das Bestehende erhalten und fortentwickeln das andere. Dies darf nicht unterschätzt werden, denn wann man dies tut, holt es einen ein, und zwar zu einem Zeitpunkt, wo man es am wenigsten gebrauchen kann. Am Ortseingang möchten wir einen Kreis errichten, ein neues Gewerbegebiet soll der Gemeinde Entwicklungsmöglichkeiten geben. Bei allem dürfen wir die ältere Generation nicht vergessen und die Vereine sind wichtig für das Dorfleben und den inneren Zusammenhalt einer Dorfgemeinschaft. Daneben natürlich noch die Dauerthemen Atomendlager, Fluglärm, SBB und Innenentwicklung.

Bedauern Sie es, dass Sie als einziger Gemeinderat im Landkreis ohne weibliche Mitglieder in einem reinen Männerklub tagen?

Ich würde mich sehr freuen, wenn sich für die Gemeinderatswahl im nächsten Jahr für dieses verantwortungsvolle Amt Frauen zur Verfügung stellen würden.

Sie kommen ursprünglich aus Karlsruhe, dort lebt ein anderer Menschenschlag als die Alemannen hier an der Schweizer Grenze. Welche Unterschiede haben Sie bemerkt, welche fallen Ihnen auch noch nach Jahren auf und wie überbrücken Sie diese?

In Karlsruhe, meiner Geburtsstadt, treffen sich Alemannen, Kurpfälzer und Franken und ergeben einen interessanten Mix. Die Mentalität in Lottstetten ist ähnlich, beide Orte liegen ja am Rhein und dies führt zu einer gewissen Weltläufigkeit, aber der Schweizer Einfluss ist in Lottstetten schon spürbar.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit, haben Sie Hobbies?

Berufsbedingt habe ich wenig Freizeit, da gönne ich mir mal einen erholsamen Urlaub oder eine Städtereise.

Gibt es eine Familie, die Sie in Beschlag nimmt – Frau, Kinder oder Enkel?

Nein, aber ich habe natürlich Eltern, zu denen ich einen guten Kontakt pflege.

Lesen Sie gerne und wenn ja: was?

Da ich beruflich viel lesen muss, nicht mehr so viel wie früher. Aber Krimis von Agatha Christie oder Biografien habe ich als Urlaubslektüren gerne dabei.