Im „Ersten“ lief am 7. März 1993 der sonntägliche Tatort-Krimi mit der Folge „Kesseltreiben“. Es war so gegen halb Zehn. TV-Kommissar Max Palu (Jochen Senf) von der Kripo Saarbrücken war der Aufklärung seines Falls noch eine Viertelstunde entfernt, als zwei vermummte und bewaffnete Männer in ein Haus in Lottstetten eindrangen. Später wurden sie so beschrieben: 175 bis 180 Zentimeter groß, schlank bis dünn; beide trugen grüne Arbeiter-Overalls, schwarze Schuhe und schwarze Handschuhe; als Maskierung hatten sie sich Strümpfe über das Gesicht gezogen.

Die beiden Täter kannten sich aus, wie die Polizei das vor 25 Jahren abgelaufene Gangsterstückchen schilderte. Überfallort war ein Gebäudekomplex mit drei verschiedenen Lokalen und Wohnungen. Bei einem ersten Coup im Oktober 1992 hatten die beiden Gangster eines der drei Lokale überfallen und waren dabei mit einem Schnellfeuergewehr mit Tellermagazin aufgefallen.

Diese Waffe hatten sie auch jetzt wieder dabei, als sie durch die unverschlossene Haustür eindrangen und im zweiten Stock an die Wohnungstür eines 30-jährigen Mitarbeiters des Gebäudebesitzers klopften. Ihm setzten sie eine Pistole ins Genick und zwangen ihn, im ersten Stock an der Wohnung seines Chefs um Einlass zu bitten.

Als der 44-jährige Geschäftsmann öffnete, drangen die Maskierten ein und forderten Geld. Der Überfallene lehnte ab und versuchte, über den Hausflur zu flüchten. Er kam nicht weit, denn einer der Gangster schoss ihm mit dem Gewehr zweimal ins Bein.

Worauf das Opfer den Gangstern seinen Geldbeutel mit 3000 Mark überließ. Sie nahmen als weitere Beute ein Schmucketui der Ehefrau mit. Sie wurde neben dem Angestellten Zeugin des Überfalls. Der Verletzte wurde vom DRK in das Kantonsspital Schaffhausen eingeliefert.

Nicht bekannt wurde, ob die Täter je gefasst wurden. Der Geschäftsmann jedenfalls sicherte sich vor weiteren Überraschungsbesuchen mit einer Alarmanlage, einem ums Gebäude gezogenen Zaun sowie zwei scharfen Wachhunden ab. Jetzt konnte er wieder ruhig schlafen.