Einen Paukenschlag gab es in der Lottstetter Gemeinderatssitzung: Bürgermeister Jürgen Link gab ohne jegliche Begründung an, dass er bei der im Sommer anstehenden Bürgermeisterwahl nicht erneut kandidieren wird. Ab Oktober wird also mit Sicherheit ein neues Gesicht an der Spitze der Gemeinde stehen. Laut Beschluss des Gemeinderates findet die Wahl am 7. Juli statt, ein möglicher zweiter Wahlgang am 21. Juli. Die Bewerbungsfrist wird am 11. Juni um 18 Uhr enden. Die Frist beginnt mit der Stellenausschreibung, die im Frühjahr erfolgen wird.

Jürgen Link tritt bei der Bürgermeisterwahl im Sommer nicht mehr an.
Jürgen Link tritt bei der Bürgermeisterwahl im Sommer nicht mehr an. | Bild: Ralf Göhrig

Auf Anfrage unserer Zeitung gab Jürgen Link folgende Stellungnahme ab: „Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Ich war 24 Jahre Bürgermeister in Lottstetten und habe meine Arbeit sehr gerne gemacht. Doch ich werde in diesem Jahr 60 Jahre alt und habe mich, nach reiflicher Überlegung, entschieden, nicht noch einmal zu kandidieren. Bis zum 3. Oktober werde ich jedoch meine volle Energie auf mein Amt verwenden.“ Es war dem Bürgermeister anzumerken, dass ihm diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist.

Hoffnung auf reibungslosen Übergang

Die Amtszeit von Jürgen Link endet am 3. Oktober. Aufgrund des frühen Wahltermins, noch vor den Sommerferien, hofft Link auf einen reibungslosen Übergang und die zeitnahe Amtseinführung seines Nachfolgers. 24 Jahre prägte Jürgen Link die Geschicke der Grenzland-Gemeinde Lottstetten. Im Herbst des ereignisreichen Jahres 1995 folgte er auf Lothar Mülhaupt. Nachdem die Bürgermeisterwahl vom Frühjahr 1995 aufgrund von Unregelmäßigkeiten vom Landratsamt für ungültig erklärt worden war, musste die Wahl wiederholt werden. Der CDU gelang es damals, den Karlsruher Verwaltungsfachmann zu überzeugen, bei dieser Wahl zu kandidieren. Und nach all den vorausgegangenen Querelen entschieden sich die Bewohner der Grenzlandgemeinde für den unbelasteten, weil ortsfremden, Jürgen Link.

Einige Projekte in Links Amtszeit

In seiner Amtszeit hat der Nordbadener etliches erreicht und viele, zumindest scheinbar, gordische Knoten durchschlagen. Unter seiner Ägide wurde der Hochwasserschutz auf den Weg gebracht, zahlreiche neue Wohngebiete erschlossen und bebaut, das neue Feuerwehrgerätehaus errichtet, die Schule umgebaut und der Kindergarten kommunalisiert, eine Aussegnungshalle errichtet und vieles mehr.

Für den Lottstetter Gemeinderat war es eine Überraschung und auch die Mitarbeiter der Verwaltung erfuhren erst am Donnerstag von den Plänen des Bürgermeisters, seinen Job an den Nagel zu hängen. Bislang hat der 59-jährige Link seinen Entschluss noch nicht begründet, doch 24 Jahre erfolgreich im Amt sprechen für sich.

Gemeinderat Lottstetten: Jürgen Link (59) ist seit 1995 Bürgermeister von Lottstetten. Er war zuvor Mitarbeiter im Baurechtsamt Karlsruhe. Das Ratsgremium setzt sich so zusammen: CDU vier Sitze, Freie Wähler drei, SPD drei und Grüne zwei Sitze.