Während sich die Golfspieler über das schöne Sommerwetter freuen, stellt die Trockenheit die Clubs vor Herausforderungen. Die Greenkeeper tun alles in ihrer Macht stehende, um den Golfplatz in einem bespielbaren Zustand zu halten. Beim Golfclub Rheinblick in Nack sind Rasenflächen, die von der Beregnung nicht erreicht werden, bereits dürr. „Sogar die Birken sind durch den Wassermangel spröde geworden und brechen ab“, sagt Greenkeeper Herbert Güntert. „Je länger die Trockenheit andauert, umso länger braucht der Platz, um sich zu erholen“, so der Platz-Chef Harald Kübler.

Das Greenkeeper-Team vom Golfclub Rheinblick ist sieben Tage die Woche damit beschäftigt, den Spielbetrieb beim Golfclub Rheinblick zu gewährleisten. Von links: Stefan Spörndle, Dominik Manz, Matthias Stark, Norbert Bernhard, Herbert Güntert, Christian Hierholzer und Platz-Chef Harald Kübler. Sitzend: Joachim Abend.
Das Greenkeeper-Team vom Golfclub Rheinblick ist sieben Tage die Woche damit beschäftigt, den Spielbetrieb beim Golfclub Rheinblick zu gewährleisten. Von links: Stefan Spörndle, Dominik Manz, Matthias Stark, Norbert Bernhard, Herbert Güntert, Christian Hierholzer und Platz-Chef Harald Kübler. Sitzend: Joachim Abend. | Bild: Thomas Güntert

Bis auf den Mai war in diesem Jahr jeder Monat zu trocken. Der mehr als 100 Hektar große Nacker Golfplatz wird von einem neunköpfigen Greenkeeper-Team gepflegt, wobei die intensiv gepflegte Fläche rund 45 Hektar beträgt. Die sogenannten Fairway-Spielbahnen werden zweimal wöchentlich auf 16 Millimeter und die Grüns täglich auf 4,7 Millimeter geschnitten. „Wir haben dadurch die widerstandsfähigen Gräser, die wir wollen, und durch die große Blattmasse mussten wir in diesem Jahr noch kein einziges Mal Gift spritzen“, erzählt Harald Kübler.

Wo die Bewässerungsanlage nicht hinreicht, ist der Platz braun. Es gibt bereits Schadstellen, die frisch eingesät werden müssen.
Wo die Bewässerungsanlage nicht hinreicht, ist der Platz braun. Es gibt bereits Schadstellen, die frisch eingesät werden müssen. | Bild: Thomas Güntert

Der Golfclub Rheinblick kann rund 20 Hektar der Spielflächen automatisch bewässern. Die Wasserversorgung erfolgt durch einen Tiefbrunnen am Rhein, der vor knapp 30 Jahren vom Golfclub gebaut wurde. Die Brunnenanlage wurde auch als Notwasserversorgung für die Gemeinde Lottstetten geplant. Das Wasser wird von dort in den Speichersee beim Clubhaus hochgepumpt, der im Notfall von der Feuerwehr als Löschteich genutzt werden kann. Das Wasser wird in zwei weitere Speicherteiche gepumpt. Von dort gelangt das Wasser in das Bewässerungssystem, das von 21 bis 9 Uhr in Betrieb ist. Abschläge und Grüns werden acht Minuten und die Spielbahnen 20 Minuten lang bewässert.

Jährlich werden im Schnitt rund 30 000 Kubikmeter Wasser verbraucht. Durch die Trockenheit rechnet der Club in diesem Jahr mit einem höheren Wasserverbrauch und Mehrkosten von rund 15 000 Euro.
Jährlich werden im Schnitt rund 30 000 Kubikmeter Wasser verbraucht. Durch die Trockenheit rechnet der Club in diesem Jahr mit einem höheren Wasserverbrauch und Mehrkosten von rund 15 000 Euro. | Bild: Thomas Güntert

Die Bewässerung könne das Regenwasser nicht ersetzen. Regenwasser ist bicarbonatfrei und dringt schneller in den Boden ein, erklärt der Platz-Chef. „Zudem beeinflusst das Wasser aus der Beregnungsanlage manche Wirkstoffe des Düngers“, sagt Kübler. Im Schnitt werden auf dem Golfplatz für die Bewässerung pro Jahr rund 30 000 Kubikmeter Wasser verbraucht. Da die Region über einen großen Grundwasserstrom verfügt, hat die Gemeinde Lottstetten mit dem Landratsamt dem Golfclub eine langfristige Genehmigung zur Wasserentnahme erteilt.

Von abends 21 Uhr bis morgens 9 Uhr läuft auf dem Nacker Golfplatz die Bewässerung auf den Spielbahnen.
Von abends 21 Uhr bis morgens 9 Uhr läuft auf dem Nacker Golfplatz die Bewässerung auf den Spielbahnen. | Bild: Thomas Güntert

Durch den höheren Wasserverbrauch infolge der Trockenheit rechnet der Golfclub in diesem Jahr mit Mehrkosten von rund 15 000 Euro. Wo die Bewässerung nicht hinreicht, wird wie im heimischen Garten mit dem Schlauch Wasser gegeben. „Aber wir haben jetzt schon Stellen, die wir neu einsäen müssen“, erläutert Harald Kübler.

Der Spielbetrieb auf dem Golfplatz verlagert sich bei der Hitze. Die Spieler kommen bereits um 6 Uhr und sind froh über jedes Schattenplätzchen.
Der Spielbetrieb auf dem Golfplatz verlagert sich bei der Hitze. Die Spieler kommen bereits um 6 Uhr und sind froh über jedes Schattenplätzchen. | Bild: Thomas Güntert

Die neunköpfige Greenkeeper-Mannschaft arbeitet täglich in Gleitzeit zwischen 4 und 21 Uhr. Die für Golfspieler störenden Arbeiten werden möglichst früh morgens oder spät abends erledigt. Allerdings kommen bei der sommerlichen Hitze einige Golfspieler bereits morgens um 6 Uhr auf dem Platz, wenn die Greenkeeper noch mit den Mäharbeiten beschäftigt sind. Wenn die Hitze kommt, sitzen die meisten Golfspieler laut Platz-Chef Kübler lieber auf der Sonnenterrasse des Clubheims.

Vom großen Speichersee beim Clubheim wird das Grundwasser, das vom Rhein hochgepumpt wird, mit einer Bewässerungsanlage auf dem Platz verteilt.
Vom großen Speichersee beim Clubheim wird das Grundwasser, das vom Rhein hochgepumpt wird, mit einer Bewässerungsanlage auf dem Platz verteilt. | Bild: privat/Güntert