Andreas und Ralph Hilbert – besser bekannt als Anra-Künstlerbrüder aus Lottstetten – freuen sich: Sie werden für einen Monat nach USA fliegen, genauer nach Detroit in Michigan. Auf Einladung eines Galeristen werden sie dort arbeiten und eine Ausstellung vorbereiten. Für die Zwillingsbrüder ist es der erste Flug nach Amerika und man spürt ihnen die Vorfreude auf das Abenteuer an. Wir suchten das Gespräch mit ihnen. Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Einladung?

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„Wir lernten den Galeristen Jeremy Hansen von der River‘s Edge Gallery in Detroit bereits 2014 in Berlin bei einer gemeinsamen Ausstellung kennen“, so Ralph Hilbert. „Wir trafen ihn später noch öfter und sind inzwischen gut befreundet. Die Idee mit dem Amerikabesuch bestand schon länger, aber dann kam ja bei uns der Atelierbrand im vergangenen Jahr dazwischen.“ Und wie soll nun das geplante einmonatige Projekt, das am 30. Juni beginnt, ablaufen?

Brüder erklären ihre Pläne

Gemeinsam erklären die Brüder ihre Pläne: „Da gibt es viel Ideen. Wir werden jedenfalls bei Jeremy in der Galerie wohnen, und er stellt uns auch bei Bedarf sein Auto zur Verfügung, damit wir vielleicht das Land etwas kennenlernen. Fest geplant haben wir schon mal drei Ziele: Wir werden zum einen Müll in dieser riesigen Stadt sammeln und für eigene Kunstwerke verwenden. So entstehen übrigens ja auch hier unsere Arbeiten und Installationen, bekannt als Trash Art. Wir werden die Skulpturen wohl in einem nah gelegenen Park aufbauen. Und geplant ist auch, mit lokalen Partnern zusammen zu arbeiten, etwa in einem Boot auf dem Detroit River mit Kindern. Während unseres Aufenthaltes findet übrigens im Juli eine „Art Fair“ (Kunstmarkt) statt, das ist natürlich toll.“

Ausstellung in Galerie

Zweites Ziel ist eine eigene Ausstellung in der Galerie. Dafür haben die Brüder bereits rund 50 übermalte und bedruckte Schallplatten und –hüllen nach Amerika geschickt: „Das sind alte deutsche Schlager- und Volksmusikplatten, die wir bei Haushaltsauflösungen gesammelt haben. Die Hüllen haben wir mit Acryl bemalt und die Farbe mit dem Föhn zum Auslaufen gebracht, so dass die Titel noch erahnbar sind. Wir haben sie mit Collagen überklebt – mit zeitkritischen Themen oder einfach nur witzig.“

Gespannt auf Amerika

Drittes Ziel ist dann noch – in Anspielung auf die frühere Autostadt Detroit – die Bemalung eines alten amerikanischen Autos: „Uns wäre natürlich ein Ford Mustang am liebsten. Das war das Kultauto. Aber egal welches, wir wollen es schwarz, weiß und pink bemalen und mit unserer „Codex Anra“ (eine von den Brüdern erfundene Geheimschrift) beschriften. Das wird eine langwierige Arbeit!“ Vor allem aber sind sie gespannt auf ihre Amerikareise: „Wir haben uns gut auf das Land vorbereitet. Wir sind offen für alles und haben keine Erwartungen. Denn wir sind Gäste und wollen dort nicht missionieren“, so Andreas Hilbert.