Die Bürgerinformation zum geplanten Zentralklinikum Lörrach im Landratsamt mit dem Generalplaner Linus Hofrichter vom Büro a|sh Sander Hofrichter Architekten aus Ludwigshafen stieß auf reges Interesse. Im Anschluss an die Vorstellung des Siegerentwurfs, die allgemein positiv aufgenommen wurde, nahmen einige der mehr als hundert Zuhörer die Gelegenheit zum Nachhaken wahr.

Vorstellung des Entwurfs

„Wir bauen Räume für Menschen“, stellte Linus Hofrichter seinen Ausführungen voran. Patienten und dort arbeitende Menschen stehen im Mittelpunkt und sollen einen Blick in die schöne Landschaft rundherum haben. Das steigere nachgewiesenermaßen nicht bloß das Wohlbefinden, sondern auch den Gesundungsprozess von Patienten. Auch alle Operationssäle werden tageslichtbezogen realisiert. Als Grundidee für das Bettenhaus des neuen Campus Zentralklinikum mit Ein- und Zweibettzimmern und 39 Bettenstationen haben die Planer die Form eines Kleeblatts gewählt. Es stehe in Beziehung zur Landschaft und man verbinde mit ihm allgemein etwas Positives, wie Hofrichter erläuterte. Der Entwurf des Planungsteams teilt das große Ganze in greifbare Orte auf mit intuitiv erschließbaren Wegen.

Verkehr

Das Thema Verkehrsanbindung treibt nicht nur einen Großteil der Fragesteller im Publikum um, sondern auch den Landkreis. Man suche da den engen Schulterschluss mit dem Regierungspräsidium und mache Tempo, wie Landrätin Marion Dammann erklärte. Doch die Verfahren seien aufwändig. Sie hoffe, dass alle beteiligten Behörden gut zusammenarbeiten – dafür habe man eine Lenkungsgruppe – und dass mit dem Anschluss der B 317 wie auch dem Knoten in Steinen und am Hasenloch, dem Autobahnanschluss Lörrach-Mitte, drei wichtige Mobilitätspunkte bis zur für 2025 angedachten Klinikeröffnung fertig gestellt seien. Kein Hehl machte sie daraus, dass das neue Klinikum mehr Verkehr mit sich bringt, auch wenn dort künftig im Schichtbetrieb gearbeitet werde. Dass auch die Regio-S-Bahn-Haltestelle bis dahin zu realisieren sein wird, bezweifelte Lörrachs Oberbürgermeister Jörg Lutz. Man werde zunächst wohl Shuttle-Verbindungen mit Bussen schaffen.

Kosten und Kontrolle

Der Kostenrahmen für den in Regie der Kreiskliniken geplanten Kernkomplex, auf dessen Basis der Ideenwettbewerb ausgeschrieben wurde, lag nach Angaben von Armin Müller, dem Geschäftsführer der Kreiskliniken, bei 239 Millionen Euro. Dazu kommen die Kosten für Grundstück und Erschließung sowie benötigte Medizintechnik. Inklusive des Indexes für die Kostensteigerung innerhalb eines Jahres gehe man jetzt von 250 Millionen Euro aus. Einer kritischen Nachfrage, dieser sei ja wohl keinesfalls einzuhalten, hielt Müller entgegen, es lege im absoluten Eigeninteresse der Kliniken, sich an die Finanzplanungen zu halten. Denn jeder Euro, der zu viel ausgegeben werde, müsse in den nächsten dreißig Jahren von den Mitarbeitern erwirtschaftet werden. Genaueres werde man aber erst in einem Jahr sagen können, wenn neue Zahlen auf dem Tisch liegen. Denn erst nach Fertigstellung der Planung werde man in Stuttgart erfahren, wie stark das Projekt vom Land gefördert wird. Wie Kreisfinanzdezernent Alexander Wille erläuterte, hat der Landkreis als wichtigste Unterstützungsmöglichkeit eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 18 Millionen Euro übernommen und außerdem eine Eigenkapitalaufstockung von 8,6 Millionen. Als neutrale externe Überwachungsinstanz gibt es eine begleitende Kontrolle durch die Firma FC Projektsteuerung in Esslingen.

Medizinischer Bereich

Die Frage nach einer Palliativstation am neuen Zentralklinikum bejahten Armin Müller und Linus Hofrichter. Man werde eine abgetrennte Einheit mit acht bis zehn Betten bauen. Dafür gebe es auch die volle Förderung vom Land. Diese Einheit unterscheide sich sowohl bei der Größe der Räume als auch bei der Ausstattung von den Ein- und Zweibettzimmern im Bettenhaus. Tendenziell ziehe auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie gleich ins Zentrum für seelische Gesundheit im neuen Zentralklinikum um.