Herr Knoblich, Sie und Ihre Partner haben viel Herzblut und 15 Millionen Euro in das „Ambulo“ investiert. Nun stehen Sie vor der Frage, ob sie den Standort aufgeben und mitziehen an das geplante Zentralklinikum. Sind Sie dazu bereit?

Knoblich: Grundsätzlich halten wir eine enge Verzahnung des stationären und ambulanten Sektors für sinnvoll und sind bereit, unsere Schwerpunktpraxis unter entsprechenden Bedingungen mit an den neuen Campus zu legen. Unsere Perspektive ist die Etablierung und der weitere Ausbau eines Onkologischen Zentrums im Kreis mit den Kliniken und anderen Protagonisten wie der Strahlentherapie. Hierzu gehört eine frühzeitige Etablierung eines medizinischen und onkologischen Konzepts mit guter Verzahnung des stationären und ambulanten Sektors. Dies muss sich auch in der Gebäudeplanung niederschlagen, um nicht unnötig Folgekosten zu generieren. Wir würden uns aber wünschen, in die konkreten Planungen des Fachärztezentrums mehr einbezogen zu werden. Heutzutage zeichnen sich erfolgreiche intersektorale Konzepte dadurch aus, dass es eine gemeinschaftliche Planung im Vorfeld eines solchen Großprojektes gibt. Jetzt ist die Gelegenheit, moderne, zukunftsorientierte Onkologie umzusetzen. Wir sind gerne bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Was geschieht mit dem "Ambulo" in Lörrach, wenn das geplante Kreiskrankenhaus realisiert wird?
Was geschieht mit dem "Ambulo" in Lörrach, wenn das geplante Kreiskrankenhaus realisiert wird? | Bild: Peter Gerigk

Das heißt, Sie sind bereit, noch mal zu investieren?

Fischer: Nachdem wir kurz nach Bezug der neuen Räume von den Umzugsplänen hörten, mussten wir uns zunächst sortieren. Es war schon eine Überraschung, nachdem wir eine hohe Summe in die Realisierung des „Ambulo“ auf dem Krankenhausgelände investiert hatten, mit einem neuen Projekt konfrontiert zu werden. Aber, um die Frage zu beantworten: Ja, wir können uns das gut vorstellen und haben dies bereits dem Krankenhaus und dessen Aufsichtsrat mitgeteilt. Wir sind sogar noch weiter gegangen, haben uns mit weiteren Fachärzten zusammengetan und eine erste interne Studie erstellt, die wir dem Krankenhaus schon vorgestellt haben. Wir sind bereit, mit unseren Partnern Konzeption und Umsetzung des Fachärztezentrums und bei Wunsch auch des Gesundheitskaufhauses zu übernehmen und dabei – ganz wichtig – Vorstellungen und Anforderungen der Kliniken zu erfüllen, um die Interessen auszubalancieren. Wir wollen das Klinikum partnerschaftlich unterstützen, eine Campuslösung für den ambulanten Bereich umzusetzen. Dabei geht es uns um die Sicherung einer langfristigen guten Patientenversorgung bei knapper werdenden Ressourcen. Ich verweise nur auf das Thema Ärztemangel. Das macht es notwendig, attraktive Strukturen zu schaffen. Es wäre toll, für Patienten in der Region ein nachhaltiges, langfristiges Konzept zur Gesundheitsversorgung zu entwerfen und umzusetzen.

Was hindert Sie, das Projekt anzupacken?

Knoblich: Wir warten auf ein klares Bekenntnis und die Zusage. Ansonsten stehen in den Startlöchern.

Braucht es die räumliche Verzahnung von Kliniken und „Ambulo“ oder hat sich diese 2014 als Mehrwert gepriesene Verbindung in der Praxis relativiert?

Fischer: Die räumliche, inhaltliche und persönliche Verzahnung macht auf jeden Fall Sinn. Das hat sich hier bewährt, trotz aller digitaler Entwicklungen.