Lörrach Wie die Stadt Lörrach die nächsten Jahre ihr Gesicht verändert

Das Zentrum von Lörrach steht vor einem markanten gestalterischen Wandel. Alle Einzelheiten erfahren Sie hier.

Beim Wohnungsbau ist dieses Jahr in Lörrach noch nicht der große Durchbruch gelungen. Im Haagener Baugebiet Belist werden die Grundstücke nun verkauft, die Voraussetzungen dafür wurden aber schon früher geschaffen. 2017 sind dennoch wichtige Projekte fertig gestellt worden oder zumindest in die Wege geleitet: das zentrale Kreisklinikum, das „Lö“ auf dem Post-Areal, die Planungen für das Conrad-Areal mit 120 Wohnungen, Hotel Steigenberger Stadt Lörrach, Zollquartier, die Mehrzweckhalle in Brombach und der Ausbau des Aichele-Knotens.

Das Gesicht der Stadt verändert(e) sich durch diese Projekte deutlich. Im Zentrum wurden und werden am Aichele-Knoten, mit der Bebauung der Areale Post und Alte Weberei Conrad sowie mit dem Hotel Steigenberger Stadt Lörrach starke städtebauliche Akzente gesetzt. Der Meeraner Platz wird an die Innenstadt angebunden, statt des Zweckbaus der Post entsteht dort ein Gebäude für Einzelhandel, Gastronomie und Wohnen, während auf der Ostseite der Bahn auf dem früheren MMZ-Gelände mit Wohnungen und der Außenstelle des Landratsamts sowie dem neuen Hotelturm ein frischer Wind weht. Auch der heruntergekommene südliche Stadteingang an der Schweizer Grenze wird in den nächsten Jahren repräsentativ gestaltet. Damit einhergehen könnte vielleicht sogar eine weitere S-Bahn-Station am Stettener Zoll.

Nach Jahrzehnten des Wartens, Bittens und Klagens rollen in Brombach inzwischen die Bagger. Der Bau der von den Vereinen ersehnten Mehrzweckhalle mitten im größten Lörracher Ortsteil hat begonnen. In emotionaler Hinsicht ist das besonders für die Handballer ein Höhepunkt.

Die Bedeutung des zentralen Kreisklinikums überragt dies alles – ein Meilenstein in der Stadtgeschichte. Das Krankenhaus zieht ins Entenbad um und macht damit langfristig auch den Weg frei für eine neue Nutzung des jetzigen Klinikstandorts mitten in der Stadt mit dem angrenzenden Vogelbach-Areal: Dort wird der Weg für die größte innerstädtische Lörracher Nachverdichtung geebnet, seit Architekten Zeichenbretter nutzten.

  • Zentrales Kreisklinikum: Die Landstraße 138 wird bald einen Bogen um den Standort des geplanten Zentralklinikums herum schlagen, die S-Bahn-Linie auf der Wiesentalstrecke bekommt eine neue Haltestelle und die einmal im Gewerbegebiet Entenbad-Ost vorgesehene Ansiedlung von Gewerbe in der Brombacher Hugenmatt eine neue Adresse: Die Entscheidung des Kreistags am 5. April für den Standort Lörrach ist historisch für die Stadt. Der Ideenwettbewerb für das architektonische Gesamtkonzept des Campus Zentralklinikum ist bereits ausgeschrieben. Bis die ersten Patienten eingeliefert werden, dauert es aber noch mindestens bis 2025.
  • Postareal: Das städtische Filetstück zwischen dem Landratsamt, Rathaus und Hauptbahnhof ist bis dahin mit dem „Lö“ schon längst modern gestaltet. Über den Ladengeschäften und der Gastronomie wird die Wohnbau Lörrach mit rund 60 Wohnungen in drei Stockwerken als Generalmieterin heimisch. Davon wird auch der Bahnhofsplatz profitieren. Bahnreisende werden Lörrach von 2020 an auf den ersten Blick ganz anders als bisher wahrnehmen. Der Hauptbahnhof gehört zum IBA-Projekt „Aktive Bahnhöfe“ und wird in das Projekt auf dem Postareal eingebunden. Auch unterirdisch tut sich dabei einiges: Die Rathaus- sowie die Bahnhofstiefgarage werden mit dem neuen Parkhaus verbunden. Zwei Jahre lang wird diese Baustelle von Februar 2018 an die Innenstadt stark beeinflussen. Die Palmstraße wird dabei zur Allee umgestaltet und verkehrsberuhigt. Das „Lö“ hat aber auch Auswirkungen auf den Innenstadtverkehr und die Fußgängerzonen Graben- und Turmstraße. Dazu sind noch viele Fragen zu beantworten.
  • Alte Weberei Conrad: Ungeachtet der Diskussion um die Zahl der Tiefgaragenparkplätze: Die Wohnbau Lörrach schafft dort, wo am Rande der Innenstadt jahrelang alte Produktionshallen und danach Autos standen, in drei Gebäuden 120 Wohneinheiten, und für die Außenstelle des Landratsamts bleibt in einem Punkthaus obendrein noch Platz. Die Gestaltung aus dem Wettbewerb ist so gut gelungen, dass Oberbürgermeister Jörg Lutz feststellt: „Ein Ergebnis, das einfach nur Freude“ macht. Die Wohnbau beginnt im Herbst 2018 zu bauen, das Landratsamt erst 2019.
  • Hotel Stadt Lörrach: „Lörrach hat ein neues Wahrzeichen.“ Das sagte Jörg Lutz bei der feierlichen Eröffnung des Hotels Steigenberger Stadt Lörrach Ende Juni. Dafür spricht nicht nur, dass der weiße Turm als ein Pendant zum dunkelgrünen Rathaus auf der anderen Seite des Bahnhofs weithin sichtbar ist und das Stadtbild prägt. Das Haus besitzt auch eine besondere Verbundenheit zur Stadt, die über den Namen hinausgeht: Der vor der Fertigstellung verstorbene Helmut Karl Eberle lieferte die Idee dafür – ein Lörracher wie Thomas Schwind, Stiftungsratvorsitzender der Dr. K. H. Eberlestiftung, die dann Investor des Hotels wurde, und der Architekt Peter Külby.
  • Zollquartier: Ein Geschenk ist die Förderung des Bunds fürs Zollquartier Stetten-Riehen. Zwei Drittel der Investition können mit dem nationalen Projekt des Städtebaus 2017 gedeckt werden. Bis zu 5,29 Millionen Euro beträgt die Fördersumme, die Stadt hat in den Jahren 2017 bis 2021 insgesamt bis zu 2,645 Millionen Euro beizutragen. Als Teil der IBA Basel 2020 nominiert, war eine Mobilitätsdrehscheibe am Zoll mit einem neuen S-Bahn-Halt und eine städtebauliche Aufwertung des Quartiers ohnehin vorgesehen. Die Bundesförderung ermöglicht nun „inhaltlich und qualitativ ein höheres Niveau“, freut sich Monika Neuhöfer-Avdic, die Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung und Stadtentwicklung. Das kommt auch der Basler Straße zwischen Zoll und Dammstraße zugute: Sie soll die Lörracher Straße in Riehen, die gerade gründlich aufgewertet wird, qualitativ entsprechend fortsetzen. Die Planungen orientieren sich am Ideenwettbewerb vom Juli 2016.
  • Aichele-Knoten: Die Innenstadt wächst nach Süden. Die Basler Straße im Abschnitt zwischen Fußgängerzone bis zum Aichele-Knoten wird gestalterisch aufgewertet und beruhigt. Damit werden der Meeraner Platz und der Meeraner Markt planungsrechtlich der Innenstadt angeschlossen – auch, was das Märktekonzept angeht. Damit unterliegt das dortige Warenangebot neuen Regeln. Der neue südliche Eingang des Stadtzentrums bindet auch den Aichele-Park mit seiner Villa besser an die Innenstadt an.
  • Schöpflin-Areal: Die Zeichen standen schon auf Start, da blies die Schöpflin-Stiftung diesen wieder ab und initiierte das Projekt Fabric, in dem mit einer starken Bürgerbeteiligung die Planung für die Bebauung und Nutzung des Areals an der Franz-Ehret-Straße komplett neu bedacht wird. Eine ungewöhnliche Herangehensweise ist das mindestens. Doch die Stiftung verspricht sich damit auch ein außergewöhnliches Ergebnis. Unbenommen davon wird die Mehrzweckhalle in unmittelbarer Nachbarschaft bereits gebaut.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Die leckersten Gins vom Bodensee und Schwarzwald
Neu aus diesem Ressort
Lörrach
Lörrach
Lörrach
Lörrach
Lörrach
Lörrach
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren