Die Stadtverwaltung Lörrach und die zuständigen Unternehmen haben am Montagabend die Anlieger im vollbesetzten Sitzungssaal des Rathauses darüber informiert, wie der Abriss geplant ist, wie das Verkehrskonzept aussieht und welche Beeinträchtigungen dadurch zu erwarten sind.

„Die Stadt ist in Bewegung und muss in Bewegung sein, denn der Druck ist sehr groß“, stellte Oberbürgermeister Jörg Lutz eingangs fest. Er legte Wert auf die Feststellung, dass das Bauvorhaben kein städtisches Projekt ist, sondern das eines privaten Investors. Das neue Gebäude führe zu einer deutlichen Aufwertung der städtebaulichen Situation, sagte Lutz. Bauherr ist die Unternehmensgruppe Widerker aus Stuttgart, die die neue Immobilie auch behalten will und deshalb auf Qualität achtet, sagte Markus Janko von der Firma ECE, die Generalplaner und Vermieter des neuen Gebäudes ist. Der Rückbau des bestehenden Gebäudes soll vier Monate dauern. Zunächst wird das Gebäude entkernt, anschließend die Gebäudehülle abgebrochen. Um die Belastungen zu reduzieren, wird der Abbruch so lange es geht zum Innenhof hin erfolgen.

Mit dem Abbruch beauftragt ist das darin erfahrene Unternehmen Walther-Keune-Bau aus Freiburg, das ein Drittel seines Jahresumsatzes von 22 Millionen Euro mit Abbrucharbeiten macht. Es setzt große Maschinen ein, sie werden mit Hydraulikzangen arbeiten und damit möglichst wenig Lärm und Erschütterungen verursachen. Der Bauschutt wird vor Ort geschreddert. Dadurch spart man bis zu 25 Prozent des Volumens und reduziert die Lastwagenfahrten, wie Harry Meier von Keune-Bau erklärte.

Während der Bauzeit fallen die Parkplätze in der Palmstraße neben dem Postgebäude weg. Die dortigen Bäume werden gefällt, aber nach Fertigstellung des Neubaus durch neue ersetzt. Die Parkplätze beim Landratsamt bleiben erhalten. Um das Gebäude, das abgebrochen wird, wird in zwei Metern Abstand ein Bauzaun aufgestellt. Ansonsten bleibt der Bahnhofsplatz unberührt.

Der Sarasinweg auf der Seite zum Rathaus muss teilweise gesperrt werden, dafür gibt es einen Ersatzweg durch die Grünanlage. Die An- und Abfahrt der Lastwagen erfolgt während des Abbruchs teilweise auf unterschiedlichen Routen. Zur Baustelle fahren die Lastwagen über Tumringer-, Luisen- und Haagener Straße in die Palmstraße. Zurück fahren sie wieder durch Palm- und Haagener Straße, biegen dann aber nach rechts in die Luisenstraße ein zur Bahnhofsstraße und Gretherstraße. Mit 20 bis 30 Lkw-Fahrten pro Tag wird gerechnet.

Dieses Verkehrskonzept führte zu den meisten Nachfragen der Zuhörer. Einige befürchteten Probleme durch den Gegenverkehr in der Palmstraße. Das werde nicht ganz einfach, räumte Bürgermeister Michael Wilke ein, aber früher seien dort jeden Tag 28 große Post-Lastwagen mit Anhänger rein- und rausgefahren. Am Senigallia-Platz, wo Parken ohnehin verboten ist, werde man sehr genau darauf achten, dass wirklich niemand parkt – auch nicht, um mal kurz zum Geldautomaten zu gehen.

Eine Ampel möchte die Stadtverwaltung dort nicht, weil das zu Rückstaus führen würde. Sollte erkennbar sein, dass das Verkehrskonzept nicht funktioniert, werde man umdenken. Zuhörer schlugen vor, über den Finanzamt- und Landratsamt-Parkplatz oder den Bahnhofsplatz zu fahren. Dies sei jedoch nicht möglich, weil so Grundstücke betroffen wären, die nicht der Stadt gehören und die Decken der Tiefgaragen unter dem Bahnhofsplatz die Belastung nicht aushalten.

Natali Fessmann und Bernhard Escher schlugen vor, die Anfahrt über Bahnhof-, Graben- und Turmstraße zu führen. Von einigen Zuhörern gab es dafür Applaus, ein anderer wehrte sich aber vehement dagegen, und sprach die Sicherheit der Fußgänger am Hebelpark und in der Fußgängerzone an. Genau dies sei der Grund, warum Polizei und alle Verkehrsexperten von dieser Route dringend abraten, sagte Wilke. Zudem findet auch in der Turmstraße derzeit ein Abbruch und Neubau statt. Da beides private Projekte sind, habe sich die Terminkollision nicht vermeiden lassen.

Die Lärmentwicklung, versprach Harry Meier, werde sich in Grenzen halten; dies auch, weil die Schredder-Maschine auf den Boden der Tiefgarage gestellt wird. Für den Fall, dass Schäden auftreten, gibt es ein Beweissicherungsverfahren. Dafür müssen Gebäude vorab begutachtet werden. Das Postfinanz-Center wird, wie berichtet, in die Wallbrunnstraße 24 umziehen.

Abriss Hauptpost

  • Beginn: Ende Januar.
  • Dauer: Circa vier Monate, im Anschluss wird die Baugrube für den Neubau erstellt.
  • Kernarbeitszeiten: Montags bis freitags, 7 bis 20 Uhr.
  • Ansprechpartner: Generalplaner ECE Hamburg, Herr Möller, Mail: postareal-loerrach@ece.com
  • Bauüberwachung: Geoexperts Stuttgart, Herr Kühne, Mail: postareal-loerrach@geoexperts.de
  • Beweissicherung: Architekt und Baugutachter Jürgen Hügel, Lörrach.
  • Beginn Neubau: August 2018.