Kaum wieder aus dem Urlaub daheim angekommen, da fährt Rita Bonetti schon der Schreck in die Beine: Ihr Auto ist weg. Aber nicht gestohlen. Die Stadtverwaltung hat es abschleppen lassen, während sie gemütlich die Beine hochlegte und ihren Urlaub genoss. Auf den Parkplätzen bei ihrer Wohnung in Tumringen wurden Markierungen angebracht. Weil der Wagen im Weg stand, blühte ihr eine Rechnung von 260 Euro. Sie kam mit 185 Euro davon. Dennoch kann einem das die Urlaubslaune ganz schön verderben.

In ihrem Briefkasten fanden Bonettis bei ihrer Rückkehr einen Strafzettel mit einem Verwarnungsgeld über 35 Euro vor. Als sie am Montag im Rathaus vorstellig wurde, erfuhr sie, wie teuer sie das wirklich zu stehen kam: 185 Euro. Dabei hatte sie sogar noch Glück im Unglück: Wäre sie später dort erschienen, wären noch 75 Euro obendrauf gekommen.

Das nächste Mal besser die Autoschlüssel dem Nachbarn geben

Die Checkliste, die vor dem Antritt eines Urlaubs zu erledigen ist, ist hinlänglich bekannt: Fenster schließen, jemanden bitten, die Blumen zu gießen und den Briefkasten zu leeren, vielleicht noch das Stromkabel des Fernsehers rausziehen. Damit kein Sommergewitter das schöne Flachbildschirmgerät ruiniert. Aber wer denkt daran, seine Autoschlüssel jemandem auszuhändigen, damit er es umparken kann, falls die Stadtverwaltung vorhat, Bäume zu schneiden oder Parkplatzmarkierungen anzubringen? Rita Bonetti nicht. Die meisten anderen auch nicht. Dabei kann einem das eine hohe Rechnung ersparen.

„Ich sagte noch zu meinem Mann: Schatzi, guck’ mal, jetzt haben wir hier Parkstreifen“, erinnert sie sich an ihre Rückkehr. Das habe sie richtig gut gefunden. So finden auf der Fläche zwischen dem Spielplatz und den Häusern am Teichmattweg mehr Autofahrer Platz zum Parken als zuvor, als die Abstände zu den anderen Wagen beim Einparken manchmal willkürlich gewählt wurden. Die Freude verging ihr aber schnell, als sie sich fragte, wo sie vor drei Wochen eigentlich ihr Auto abgestellt hatte. Sie lief der Straße entlang, fand es aber nicht. Ein Nachbarjunge erklärte ihr, mehrere Wagen seien abgeschleppt worden.

Markierungsarbeiten werden regelmäßig vorgenommen, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Dann würden mindestens vier Tage zuvor entsprechende Hinweisschilder aufgestellt. Gesonderte Mitteilungen an Anwohner erfolgten nicht. Es liege in der Sorgfaltspflicht des Fahrzeugnutzers, regelmäßig zu prüfen, ob sein Fahrzeug erlaubt geparkt ist.

Sachbearbeiter der Stadtverwaltung lässt keine Nachsicht walten

Das sieht Rita Bonetti ein. „Mir ist aber wichtig, das das andere erfahren. Von hundert Menschen wissen das vielleicht zwei“, mutmaßt sie. Der Sachbearbeiter der Stadtverwaltung habe ihr freundlich erklärt, er könne keine Nachsicht walten lassen, sondern habe sich ans Gesetz zu halten. „Ein schlecht gemachtes Gesetz meiner Meinung nach“, kommentiert Bonetti dies. Um den Schaden zu vermeiden, hätte sie jemanden beauftragen müssen, der alle drei Tage nachsieht, ob die Stadtverwaltung irgendwelche Arbeiten ankündigt. Dann hätte er den daheim liegengelassenen Autoschlüssel nehmen und umparken können.

Das übernahm nun ein Abschleppunternehmen, und Bonetti ist sogar noch dankbar, dass dieses ihren Wagen in ihrer Abwesenheit nicht auf dessen Gelände, sondern auf einem öffentlichen Parkplatz im Grütt abstellte. Sonst hätte sie zusätzlich noch eine tägliche Gebühr dafür zahlen müssen. Um die weiteren 75 Euro kam sie übrigens herum, weil sie gerade noch rechtzeitig im Rathaus erschienen war, bevor die Stadt zur Begleichung der Rechnung fürs Abschleppen bei dem Unternehmen in Vorkasse getreten wäre. Diese Rechnung zu begleichen übernahm Rita Bonetti daher lieber selbst.