Die Stadt Lörrach steigt in eine Entwicklungsplanung für die Kindertagesstätten ein, die die gleiche Dimension habe wie die Schulentwicklungsplanung. Dies sagte Gerhard Bukow, Leiter des Fachbereichs Jugend/Schulen/Sport, am Donnerstag in der Sitzung des Hauptausschusses. Es gebe bei den Kitas einen Investitionsstau, erklärte Oberbürgermeister Jörg Lutz. Die Stadt müsse und werde sich diesem Thema nun widmen.

Für ein zukunftsfestes Vorgehen auch angesichts neuer Baugebiete soll 2020 eine große Entwicklungsplanung vorgelegt werden. Die Mitglieder des Hauptausschusses nahmen eine Vorlage zur Kenntnis, die den aktuellen Stand beschreibt. Dem demografischen Wandel zum Trotz geht danach die Zahl der Kinder unter sechs Jahren in Lörrach nicht zurück.

Seit 1990 sind es rund 2700. Grundbedingung für ein attraktives Lörrach sei ein hochwertiges und umfangreiches Kita-Angebot, heißt es in der Vorlage. Nur wenige der 31 Kitas in Lörrach sind in städtischer Hand, die Vielfalt an Trägern ist traditionell groß. Es dominieren Einrichtungen von mittlerer Größe. Viele Familien wünschen verlängerte Öffnungszeiten, auch die Nachfrage nach Ganztagesplätzen steigt. Die Kosten für die Stadt sind im Kita-Bereich stark gestiegen, allein in den letzten sieben Jahren um rund 70 Prozent.

Die Elternbeiträge variieren in Lörrach um bis zu 100 Prozent. Die Kindergartenkinder (Ü3) sind in Lörrach überwiegend versorgt, für die Kleineren (U3) sieht es weniger gut aus. In Lörrach gilt in diesem Bereich eine politisch gesetzte Quote von 40 Prozent, die ist nicht erreicht. Gruppen sind überbelegt, ein Defizit von 60 Plätzen ist ausgemacht, vor allem in den Ortsteilen fehlt es an U3-Plätzen. Zur Zeit entsteht die Kita Alte Schule in Haagen.

Die Stadt befragt derzeit die Fachkräfte und will sich verstärkt um strategische Fragen kümmern – wo sollen welche Plätze geschaffen werden? Wie steht es um die Gebühren? In der Diskussion griff SPD-Fraktionschef Günter Schlecht die Forderung der Landes-SPD nach gebührenfreien Kitas auf, die die Lörracher Genossen mittragen. Im Übrigen könne es nicht so bleiben, dass die Stadt nur 14 Prozent der Einrichtungen selber trage, fand Schlecht. Beides bekräftigte die SPD am Freitag noch einmal mit einer Pressemitteilung.