Eine besonders gelungene Veranstaltung beim Seniorensommer ist der Spaziergang durch Alt-Tumringen gewesen. Viele alte Schätze und Häuser mit schönem Blumenschmuck und Bauerngärten gab es für die vielen Exkursionsteilnehmer zu bestaunen. Viele heutige Eigentümer wussten aus der wechselvollen Geschichte zu berichten und ergänzten so die Ausführungen der Seniorenbeauftragten der Stadt Lörrach Ute Hammler und des Stadtführers Alfred Drändle.

Gleich zu Beginn verschafften sich Tumringer gewaltig Luft, als sie die Stadt Lörrach und den Gemeinderat für das Abstellen von sieben der acht Tumringer Brunnen aus Ersparnisgründen scharf kritisierten. Nur der Mühlebrunnen läuft noch. Dabei hoben die Bürger und Bürgerinnen hervor, dass die alten Sandsteinbrunnen zum Dorfbild gehören. Heute sei es ein schrecklicher Anblick, die trockenen Brunnen im Dorfbild zu sehen, die Meinung der verärgerten Tumringer. In früherer Zeit hatten die Brunnen eine Bedeutung als Viehtränken, als das Bauerndorf Tumringen noch mehr als 300 Tiere hatte. Heute sind sie eine Verschönerung des Ortsbildes – aber nur wenn das Wasser läuft. Derzeit sei ihr Anblick erbärmlich, hieß es. Erinnert wurde, dass Tumringen einst Wasser aus Hauinger Quellen in der Heilisau hatte.

Das alte Vogtshaus von 1732 mit seinem herrlichen Blumenschmuck.
Das alte Vogtshaus von 1732 mit seinem herrlichen Blumenschmuck. | Bild: Paul Schleer

Zu Beginn der Exkursion beim Tumringer Kriegerdenkmal freuten sich Stadtführer Alfred Drändle und Seniorenbeauftragte Ute Hammler, die vielen Seniorinnen und Senioren begrüßen zu können. Dabei gab es ebenfalls Kritik der teilnehmenden Tumringer an der Stadt Lörrach, die das Kriegerdenkmal vergrasen und vermoosen lasse und damit für einen unschönen Anblick sorge.

Drändle zeigte sich als guter Kenner der Tumringer Verhältnisse. Er berichtete, dass zu Tumringen das gesamte Grütt bis zum Bahnhof Haagen gehöre. Zum im Jahre 1872 errichteten Rathaus mit Schule wurde erinnert, dass es bald zu klein war. In den Jahren 1870 bis 1900 nahm die Tumringer Bevölkerung rasant durch den Zuzug der „Fabrikler aus dem Wiesental“ zu. 1900 gab es dort bereits rund 200 Schülerinnen und Schüler. Dies machte den Bau einer neuen Schule hinter dem Gasthaus Mättle erforderlich, das Gebäude wurde inzwischen mehrmals erweitert. Man baute die Gebäude damals noch ohne Toiletten, zur Notdurft mussten Lehrkräfte und Schüler noch auf den Schulhof.

Erst als dann auch die unter dem Schulhausdach liegende Lehrerwohnung zu Klassenzimmern umgebaut wurde, bekam die Tumringer Schule Toiletten. Erste Toiletten gab es in der im Jahre 1858 gebauten Tumringer Turnhalle. Stadtführer Drändle hob hervor, dass die Lehrkräfte und Schüler mit den Verhältnissen in der Tumringer Schule gut bedient sind.

Viele alte Anekdoten bereicherten die Exkursion, so über das alte Dorfbad, das Waschhaus und das alte Milchhüsli, das es heute nicht mehr gibt, es wurde abgerissen. Das im Jahre 1848 gebaute „Mättle“ gehört heute zu den ältesten Häusern von Tumringen. Drändle erinnerte daran, dass die Mühlestraße mit ihren vielen Geschäften das Tumringer Zentrum war.

Überall an den alten Scheunentoren anzutreffen die alten Jahreszahlen.
Überall an den alten Scheunentoren anzutreffen die alten Jahreszahlen. | Bild: Paul Schleer

In der alten Luckestraße wurde auf das Gasthaus Krone mit dem „Kronenkeller“ hingewiesen, der in den 1970er Jahren ein bekanntes Szenelokal war. Demnächst soll der „Kronenkeller“ abgerissen und in Wohnungen umgewandelt werden. Hoch interessant waren die Ausführungen zum riesigen Anwesen des Gasthauses Engel, das sich mitten im Dorfkern befindet und sein uriger Zustand mit seinen Nebengebäuden bewahrt wurde. Zum Ausklang, nach der Führung durch die Schönheiten von Alt-Tumringen, traf man sich in der Burgstraße beim trockengelegten Brunnen und ließ sich von Max und Marlies Ohm und Helfern bewirten.