Lörrach Seniorenbeira Lörracht: Das Leben im Alter neu gestalten

Der Seniorenbeirat in Lörrach legt einen erfolgreichen Start hin.

Im Jahr 2030 wird es auch in Lörrach viel mehr alte Menschen geben als heute. Fast 16 000 Senioren über 60 Jahren werden dann in der Stadt leben. Die städtische Seniorenbeauftragte Ute Hammler hat diese Entwicklung im Ausschuss für Umwelt, Technik, Bildung und Soziales hervorgehoben. Sie mahnt daher an, sich rechtzeitig darauf einzustellen. Der Seniorenbeirat hat sich auf seine Fahnen geschrieben, neue Strukturen der Versorgung anzuregen. Die Sprecher aller Fraktionen drückten volle Zustimmung für die Arbeit des Seniorenbeirats aus.

Brüchige Familienstrukturen und Fachkräftemangel sowie im Vergleich zu heute weniger jüngere und mehr ältere Menschen: „Jetzt ist es noch möglich die Weichen zu stellen“, betonte Hammler. „Daher ist es Zeit, den Wandel zu gestalten.“ Dies stelle für den Seniorenbeirat die Herausforderung für die Zukunft dar. Sie präsentierte am Donnerstagabend in ihrem Bericht über die Arbeit des Seniorenbeirats die zu erwartende Entwicklung der Bevölkerungszahl bis in zwölf Jahren: Dann gebe es 19 Prozent mehr Menschen zwischen 60 und 85 Jahren sowie 23 Prozent mehr über 85 Jahren – diese Altersgruppe dürfte dann fast ein Drittel der Bewohnerzahl ausmachen.

Hammler bezeichnete den Start des Beirats nach seiner Gründung im Sommer 2016 als geglückt. Er habe viel angeregt; die meiste Aufmerksamkeit erhielten die beliebten Projekte Seniorenkino und Seniorensommer. Doch „die hauptsächliche Arbeit findet in den fünf Arbeitskreisen statt.“ Einer davon gestaltete die Umfrage unter Senioren, die anderen befassten sich mit Verkehr und Mobilität, einem Seniorenwegweiser, dem Seniorensommer und -kino sowie der Quartiersarbeit, die nächste Woche in Tumringen beginnt.

Dort soll erreicht werden, was in Stetten gut entwickelt worden ist. Doch diese Erfahrungen seien nicht übertragbar. Einen Mittagstisch, der dort fehlte, gibt es in Tumringen bereits. Jeder Stadtteil müsse genau betrachtet werden, um seine Bedürfnisse auszuloten. Sie wünsche sich eigentlich, mit dieser Quartiersarbeit auch schon in Brombach zu beginnen. Dies sei mit der personellen Kapazität aber nicht gleichzeitig mit der Arbeit in Tumringen zu stemmen. Dort begann das Projekt unter anderem, weil die Wohnbau Lörrach stark engagiert ist und ihren Mehrzweckraum kostenlos zur Verfügung stellt. Ziel dieser Quartiersarbeit ist es, die Lebensqualität von Senioren in ihrem vertrauten Umfeld zu verbessern und eine sorgende Gemeinschaft aufzubauen, so Hammler.

Seniorenbeauftragte Ute Hammler.
Seniorenbeauftragte Ute Hammler. | Bild: Peter Gerigk

Ein neuer Arbeitskreis mit dem Thema Teilhabeplan IV Senioren des Landkreises befasst sich damit, eine selbständige Lebensführung im Alter zu ermöglichen. An der Umsetzung von 43 Zielen, die die Stadt umsetzen kann, beteiligen sich unter anderem Vertreter der Kreispolitik, der Städte und Gemeinden, Einrichtungs- und Kostenträger sowie Beratungsstellen. Eine Broschüre als Seniorenwegweiser zu schaffen, erweist sich für den Beirat als schwierig. „Wir brauchen dafür personelle Unterstützung“, sagte Hammler. Sie hoffe, ihn in einem Jahr mit Infos über Dienste, Einrichtungen und Angebote für Senioren vorlegen zu können.

Der Seniorenbeirat plant mit der IG Velo und der Polizei auch Aktionen zur Sensibilisierung von Radfahrern in der Fußgängerzone, auf Gehwegen und in Unterführungen. Dort fühlen ältere Menschen sich durch Radler gefährdet, ergab die Umfrage des Seniorenbeirats.

 

Termin: Auftaktveranstaltung Quartiersarbeit in Tumringen, heute, Dienstag, 15 Uhr, mit Musik von Thomas Denzer und Ulrich Denzer bei Kaffee und Kuchen im Gemeinschaftsraum der Wohnbau Lörrach, Mühlestraße 16.

 

 

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