Wenn am 17. September die Zeit des Conrad-Areals als Parkplatz vorüber ist, wird es eng für Pendler, die mit dem Auto in der Stadt kommen. Zwar will die Stadt Alternativen in Haagen und entlang der Schwarzwaldstraße schaffen. Die sind aber noch lange nicht fertig. Wer kann, solle auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, sagt die Verwaltung. Welche Parkmöglichkeiten gibt es noch?

Die rund 400 Parkplätze auf dem Conrad-Areal waren vor allem bei Pendlern beliebt. Sie gehörten zur Zone 4, in der für fünf Euro ein ganzer Tag, für 45 Euro ein ganzer Monat geparkt werden konnte – fußläufig zur Innenstadt. Künftig gibt es nur noch rund 280 solcher Dauerparkplätze im Stadtgebiet. Hinzu kommen rund 400 Parkplätze mit einer Parkdauer von maximal ein bis drei Stunden sowie rund 1800 Plätze in Parkhäusern.

Kurzparker sollen diese nun nutzen. Unter der Woche ist die Kapazität der Parkhäuser bei weitem nicht ausgelastet, sagt Klaus Dullisch, Fachbereichsleiter Straßen/Verkehr/Sicherheit. Pendler sollen künftig, wenn möglich, mit Bus und Bahn anreisen. Unter dem Druck, dass es nicht mehr so viele Parkplätze gibt, werde der Umstieg schon klappen. „So lange es ein tolles Parkplatzangebot gibt, wird es genutzt“, sagt Dullisch.

Bei Bedarf Schwerpunktkontrollen

Und wenn dann doch nicht alle brav auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen? Klaus Dullisch fürchtet weder Suchverkehr noch Falschparker. Aber klar ist: „Es wird Verschiebungen und Veränderungen geben.“ Gegebenenfalls würden die anderen Parkplätze in der Dauerparkzone stärker genutzt. Und wenn dann zum Beispiel am Schützenwaldweg noch weiter hinauf geparkt werde, könne er nichts machen: „Das ist öffentlicher Raum.“ Wer so weit laufen wolle, der könne dort auch parken.

Dullisch sagt, er gehe davon aus, dass sich jeder rechtskonform verhalte und nicht einfach auf Anwohner- oder Privatparkplätzen parke. Bei Bedarf gebe es Schwerpunktkontrollen des Vollzugsdienstes. Zudem gebe es genug Parkraum in der Stadt, die Frage sei nur: zu welchem Preis? Mit dem Ein-Euro-Ticket habe man ein sehr gutes Angebot zumindest für alle Lörracher geschaffen, sagt Dullisch. Sofern sie erst nach 9 Uhr zur Arbeit fahren können.

Trotz des erklärten Ziels der Stadt, die Alternativen zum Auto zu stärken, soll es aber dennoch neue Parkplätze geben. Voraussichtlich im Oktober soll ein Pendlerparkplatz am Füssler-Areal beim Bahnhof Haagen mit 85 Plätzen entstehen. Die Kosten dafür in Höhe von rund 130 000 Euro werden mit 50 000 Franken aus dem Basler Pendlerfonds unterstützt. Inhaber von Job-Tickets können bei der Stadt einen Parkausweis für das Gelände beantragen. Vor Ort soll ein Automat aufgestellt werden, an dem kostenlose Tagestickets gezogen werden können.

Über die Pläne für den Bau von Parkplätzen wird am heutigen Donnerstag auch der Ausschuss für Umwelt und Technik informiert. Noch nicht sagen lässt sich dabei, wann mit dem Bau der geplanten 50 Parkplätze entlang der Schwarzwaldstraße begonnen wird, teilt die Stadt mit: „Der Baubeginn ist noch abhängig von einer artenschutzrechtlichen Einschätzung.“ Sie werden dann, so sie irgendwann fertig sind, der Parkzone 4, also den Dauerparkplätzen zugeordnet werden, die tages-, wochen- oder monatsweise gemietet werden können.

Am Neubau der Halle Brombach sollen 80 weitere Parkplätze entstehen, die tagsüber für die Öffentlichkeit, abends für die Hallennutzer gedacht sind. Zudem gibt es noch Pläne, am Bahnhof Haagen Flächen von der Deutschen Bahn anzumieten und dort rund 80 Park+Ride-Plätze anzulegen. Zu guter Letzt könnte am neuen Zentralklinikum zusätzlich zum Parkhaus ein P+R-Platz für rund 150 Autos entstehen. Geplant ist dieser laut Dullisch noch nicht. Denn dort machen Parkplätze erst dann Sinn, wenn es einmal auch einen S-Bahn-Halt gibt.