Basel/Lörrach Nach Taizé-Treffen: Die Welt verabschiedet sich aus dem Dreiländereck

In Basel und der Region ist das Taizé-Treffen mit 17 000 Jugendlichen zu Ende gegangen.

Der letzte Segen ist gesprochen, die letzten zusätzlichen Teller abgeräumt, die Busse haben Lörrach und das Dreiland wieder verlassen, die Region hat das Taizé-Jugendtreffen erfolgreich gestemmt. Die 17 000 Jugendlichen, die in den vergangenen fünf Tagen nicht nur aus ganz Europa nach Basel und in die Region kamen, trafen auf ein Europa der offenen Grenzen und offenen Herzen.

„Möge dieser Geist des friedlichen und fröhlichen Miteinanders auch im Alltag der jungen Menschen weiterwirken“, brachte ein Besucher des ökumenischen Abschlussgottesdienstes in Steinen als Fürbitte vorbrachte. In den meisten Gemeinden wurden der Abschlussgottesdienst an Neujahr und das „Fest der Nationen“ am Abend zuvor ökumenisch ausgerichtet. Man feierte gemeinsam, wie man sich auch gemeinsam der Herausforderung stellte, für die jungen Menschen eine Herberge zu finden, und ein soziales Netz zu schaffen, das alle Eventualitäten in diesen fünf Tagen auffangen könnte.

Der Kirchenratspräsident der evangelisch-reformierten Kirche in Basel, Lukas Kundert, hatte sein Engagement für das Treffen zum einzigen Beitrag der Basler evangelisch-reformierten Kirche zum Reformationsjahr gemacht. „Wir wollten Dinge unterstützen, die verbinden und nicht solche, die trennen“, sagte er im Beisein des katholischen Bischofs Stefan Gmür.

Solche theoretischen Dinge wie Reformation interessierten die jungen Leute nicht. Vielleicht waren die Pilgernden aus Osteuropa erstaunt, dass es selbst in so kleinen Gemeinden, wie zum Beispiel Steinen, so viele Kirchen gibt. Doch dieser Pilgerweg des Vertrauens, den die Brüder aus Taizé in Basel ausgerufen haben, war vor allem ein großes Abenteuer, das für viele eben aus Ost- oder Südeuropa ganz schön teuer ist. Zwar sind die Teilnahmegebühren je nach Bruttosozialprodukt gestaffelt, Ukrainer mussten weniger bezahlen als Österreicher oder Niederländer. Doch die Basler Gastronomie stellte die jungen Besucher vor Herausforderungen. In den Supermärkten diesseits der Grenze, waren in den letzten Tagen Trauben von jungen Menschen allgegenwärtig, die sich mit Vorräten für ihren Tag in der Schweiz eindeckten. Sie kamen abends zurück und hatten erst einmal Hunger.

Wie Anneke Gerken vom Orgateam erzählt hatte, wurden die höheren Preise in der Schweiz tatsächlich zu Beginn der Planungen diskutiert. Vielleicht ein Grund, weshalb so viele Osteuropäer in Deutschland ihr Bett fanden. Geworben wurde mit zwei Quadratmetern, mehr bräuchten die jungen Pilger nicht. Viele fanden tatsächlich auch ein Bett in ihrer Herberge vor. Immer wieder wurde der Geist des freien Europas thematisiert. „Die jungen Menschen willkommen heißen, sie bewirten und ihnen für diese Zeit ein Zuhause sein, das können wir für das freie Europa tun“, sagt ein Gastvater. Ricardo wohnt bei ihm. Der junge Architekturstudent aus Zagreb ist über die freien Grenzen hier im Dreiländereck erstaunt.

Es waren anstrengende Tage, nicht nur für die Organisationsteams in den Ortsgemeinden. Auch für die Gastgeber. Schnell Spaghetti kochen, wenn schon das Silvestermenü auf dem Herd steht, weil vier junge Pilger den ganzen Tag nichts gegessen haben, und abends um acht vor der Tür stehen, gehörte noch zu den leichteren Übungen.

Manche Begegnungen zwischen Gastgebern und Gästen waren so intensiv, dass der Abschied beiden Tränen in die Augen trieb. Instinktiv legte der eine dem anderen seinen Arm um die Schulter, der andere gibt die Umarmung beim großen Abschlussgottesdienst zurück und für einen Moment waren die Grenzen zwischen Nationen, Generationen und Konfessionen tatsächlich aufgehoben.

Solche Augenblicke schienen die Zeit anzuhalten, aus ihnen können die Früchte entstehen, auf die Bruder Alois wartet, nach den ereignisreichen Tagen von Basel.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Zum Valentinstag ❤ Geschenke mit Herz ❤
Neu aus diesem Ressort
Lörrach
Lörrach
Lörrach
Lörrach
Lörrach
Lörrach
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren