Sie ist Mitorganisatorin der Lörracher Ortsgruppe von Fridays for Future, Juniorbotschafterin von Unicef – und nun auch die schönste Jugendliche in Baden-Württemberg. Bei einem Schönheitswettbewerb in Düsseldorf wurde die 17-jährige Lörracher Schülerin Océane Delin zur „Miss Baden-Württemberg Teen“ gewählt. Sie will mit Klischees brechen und die Bühne nutzen, um für mehr Klimaschutz zu werben – auch wenn sie dabei bei der Veranstaltung in Düsseldorf gleich mal gebremst wurde.

Eigentlich hatte Delin gehofft, dass sie nicht nur in hohen Schuhen über den Laufsteg stolzieren muss. „Ich dachte, ich könnte auch noch was zu meinem Engagement sagen“, sagt Delin. Sie wollte erklären, dass sie ihre Reichweite als Miss nutzen würde, um auf Umweltthemen und Klimaschutz aufmerksam zu machen.

Doch trotz einer Diskussion mit dem Veranstalter von „Miss Galaxy“ blieb es dabei: Die Jury bewertete nur nach dem Aussehen. Das erschien den Notengebern bei Delin gut genug, um sie zur schönsten Jugendlichen Baden-Württembergs zu küren. Für den Titel der „Miss Galaxy Deutschland“, die am selben Tag gewählt wurde, reichte es nicht.

Sie will kein Klischee-Model sein

Ein Klischee-Model will Océane Delin trotz ihrer Teilnahme an einem Schönheitswettbewerb nicht sein. Sie entspreche – wie sie sagt – ohnehin nicht den Körperidealen. Mit 1,66 Metern Körpergröße sei sie zu klein für die kommerzielle Modewelt. Sie setzt auch nicht alle Karten auf die Modelkarriere. Die Branche sei ihr zu stressig und zu oberflächlich. Lange wollte sie Ärztin werden. Seit ihrem Engagement als Klimastreikerin kann sie sich auch vorstellen, Politikwissenschaften zu studieren und mal bei einer gemeinnützigen Organisation zu arbeiten.

Ihr Ausflug in die Modelwelt soll dennoch nicht vorbeisein. Sie träumt davon, einmal Ansprechpartnerin für nachhaltige Mode zu sein und als Hobby für Marken, die so etwas produzieren, zu modeln. Für „ökologisch und ethisch nicht vertretbare“ Modeketten wie New Yorker, H&M, C&A oder Tally Weijl würde sie nie vor die Kamera gehen. Dafür aber zum Beispiel für das Eimeldinger Label „Made in Freedom“, das ökologisch und von ehemaligen indischen Sexsklavinnen produzierte T-Shirts vertreibt.

Ab Mittwoch, wenn sie in die elfte Klasse auf dem Hans-Thoma-Gymnasium kommt, gebe es erstmal Wichtigeres zu tun. Denn nebenbei laufen auch die Vorbereitungen für den globalen Klimastreik am 20. September. Eine Woche später steht sie wieder auf einer großen Bühne. Beim Schülerklimagipfel in Friedrichshafen soll Delin eine Rede halten und ihr Konzept für eine klimaneutrale Schule vorstellen. Ihr Aussehen ist da Nebensache.