Von „chinesischen Verhältnissen“ sprach Wohnbau-Chef Thomas Nostadt beim Spatenstich am Dienstag: An der Austraße wird in Rekordgeschwindigkeit ein Projekt der Nachverdichtung realisiert, das 18 zusätzliche Wohnungen auf drei Geschossen schafft. Die Idee entstand im vergangenen Sommer, am Dienstag stand schon der Bagger. Wenn alles glattgehe, könne die Zeile aus zwei Mehrfamilienhäusern im Frühjahr stehen, sagte der Wohnbau-Chef beim Spatenstich und freute sich über die gute Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Wilhelm, Hovenbitzer und Partner, der Baurechtsbehörde der Stadt und dem Generalunternehmer FerSan aus Stuttgart. Auch die Ausschreibungen seien sehr erfolgreich gewesen. Den Spatenstich zelebrierte Nostadt zusammen mit Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic, Architekt Fritz Wilhelm und Gunnar van Almsick von FerSan.

Die Austraße sei „Kerngebiet“ der Wohnbau, sagte Nostadt. Die Neubauten kommen neben die ältesten Gebäude des Wohnbauunternehmens aus den 1950er Jahren. Die seien „auf Abbruch programmiert“ gewesen, so Nostadt – stattdessen entschied man sich für Sanierung plus Nachverdichtung. Die neue Gebäudezeile wird zwischen zwei bestehende gebaut, die man vor Jahrzehnten mit einem großzügigen Abstand realisierte. Das Grün zwischen den Häusern wird nun weniger, doch es bleibe genug Luft, so Nostadt.

Die Zeile greift die Baukörper der vorhandenen Häuser auf, unter anderem mit der Dachform und den Farben. Das „kleine, feine“ Projekt füge sich so gut in die Umgebung ein, erläuterte Architekt Fritz Wilhelm. Es entstehen 18 preiswerte Zwei- bis Dreizimmerwohnungen mit hohem Energiestandard, die für eine Landesförderung angemeldet werden. Vier Millionen Euro investiert die Wohnbau in dieses Projekt. Sowohl Nostadt als auch Bürgermeisterin Neuhöfer-Avdic verwiesen im Kontext des gravierenden Mangels an Wohnraum auf die Bedeutung der Nachverdichtung. Sie sei besonders nachhaltig, weil keine neue Erschließung nötig sei. Konkret das Projekt an der Austraße – die Zeile wird die Hausnummern 4d/e tragen – stärke außerdem das Quartier.

An fünf Neubauvorhaben sei die Wohnbau dran, ordnete Nostadt das Projekt in die Geschäftsaktivitäten ein. Das sind neben der Austraße die Häuser und das „Mättle“ in Tumringen, ein Projekt in Schopfheim, eine Nachverdichtungsmaßnahme in der Fergergasse in Brombach/ Hauingen und als größtes Projekt das Areal Conrad neben der Agentur für Arbeit. Die Bürgermeisterin erinnerte auch an der Wohn- und Geschäftshaus Lö auf dem Areal der ehemaligen Post, bei dem die Wohnbau zwar nicht selbst baut, aber als Generalmieterin auftreten wird.