Lörrach Lörrach startet mit Austern und Champagner ins neue Jahr

So war’s bei... der mittäglichen Silvesterfeier auf dem Alten Marktplatz in Lörrach, zu der zahlreiche Menschen kamen.

In den meisten Städten trifft man sich um Mitternacht auf dem zentralen Platz, um ins neue Jahr zu feiern. Nicht so in Lörrach zu feiern. Nicht so in Lörrach: Hier steigt die Feier tagsüber auf dem Alten Marktplatz. Bei frühlingshaften Temperaturen strömten die Menschen zum gemeinsamen Jahresabschluss bei Sekt und Austern.

  1. Wer war da? Alle. Zumindest gefühlt, auch wenn bei sachlicher Betrachtung ein paar Leute weniger da waren als an Heiligabend, aber immer noch im Tausenderbereich. Enge Freunde und Leute, die man irgendwoher kennt und oft trifft oder auch welche, die man seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Partyglitzernd zurechtgemachte Damen mit Champagner in der Hand tippeln in hohen Absätzen an Funktionsjackenträgern und jungen Leuten vorbei, die die mitgebrachten Sektflaschen kreisen lassen. Sich sehen zu lassen, gehört auch für viele bekannte Gesichter aus Politik, Handel oder Gastronomie dazu. Sogar der Stadtprophet schaute auf eine kurze Runde vorbei.
  2. Wie war der Ablauf? Um elf geht’s los, um die Mittagszeit ist der Platz voll. Man geht „aber nur auf einen Sprung“ hin, holt sich etwas zu trinken und stellt sich irgendwo auf den Platz. Nach ungefähr zwei Minuten trifft man die Ersten, die man kennt. Sie stellen sich dazu, weitere kommen, die Runde wächst langsam. Irgendjemand holt eine Flasche Sekt und vor jedem Glas nimmt man sich vor, dass man sich danach aber direkt auf den Heimweg macht, weil die Salate fürs Fondue noch geputzt werden müssen. Irgendwann beschließt man, dass Fondue auch ohne Salat sehr gut schmeckt, und bleibt doch bis 16 Uhr, bis die Stände langsam schließen.
  3. Wie war die Stimmung? Tiefenentspannt. Das alte Jahr ist durch, das neue noch nicht da, bleibt also nur abwarten und Sekt trinken. Obwohl der in Strömen fließt, kommt es zu keinerlei unangenehmen oder aggressiven Situationen. Die Menschen plaudern, lachen, stehen in kleinen und großen Grüppchen beieinander, es ist eine dynamische Masse, die sich immer wieder neu formt.
  4. Was war besonders? Warum sie zur Silvesterfeier geht, beschreibt eine Besucherin kompakt: „Das gehört einfach dazu.“ Die Treffen am Heiligen Abend und an Silvester sind eine Tradition, die sich selbst geschaffen hat. Was mit dem Stand des „Wilden Mannes“ am Rückriem-Würfel und einigen Dutzend Menschen begann, ist neben den „Stimmen“-Konzerten und der Guggenexplosion zu einer der größten Veranstaltungen geworden, ohne dass es je offensiv beworben wurde. Und wenn mittlerweile schon seit etlichen Jahren das „Alt Stazione“ und das „Dreikönig“ ebenfalls bewirten, so braucht es doch nicht mehr als diese Stände für eins der schönsten Feste in der Stadt. Keine Bühne, keine Musik, keinen Schokobrunnen, keine Narretei: nur Menschen, die sich treffen und miteinander reden. Kann es einen schöneren Anlass geben in dieser Zeit, in der es sogar für Kindergeburtstage fast schon einen Eventmanager braucht?
  5. Was sorgte für Aufregung? Die hohen Preise, und dabei reden wir nicht vom Champagner: Wenn ein 0,1er-Glas Winzersekt vom Tüllinger die Fünf-Euro-Marke knackt, dann ist das trotz eines gewissen Anspruchs, den die Gastronomen an die Veranstaltung und sich selbst haben, zu viel. So lange jedoch jeder selbst seine Getränke und Gläser mitbringen darf, ist das aber zu verschmerzen. Und viele schätzen es, wenn es zur Abwechslung ein bisschen edler zugeht.

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