Lörrach Lörrach: Kommunales Kino „Free Cinema“ hat Krise hinter sich gelassen

Einrichtung wird nur von Jugendlichen betrieben. Digitalisierung der Technik als wichtiger Schritt. Frischer Wind durch Neuzugänge

Auf der Kippe, wie im Herbst noch manch einer befürchtete, steht das von Jugendlichen ehrenamtlich betriebene Free Cinema auf dem Flachsländer Hof nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Im 43. Jahr des Bestehens ist über einige Neuzugänge frischer Wind ins Team gekommen. Die notwendige Renovierung der Räume und die Digitalisierung der Technik wurde schon beherzt angepackt. Und auch der Draht zur Stadt hat sich wesentlich verbessert. „Wir arbeiten zusammen, nicht aneinander vorbei“, erklärte Laura Klingele, die – das ist zu spüren – Feuer und Flamme für das Free Cinema ist.

Es war schon immer so, dass die Fluktuation im Team relativ groß war. Das liegt daran, dass die Abiturienten irgendwann in Studium oder Berufsausbildung gehen und Lörrach verlassen. So gaben die einen ihr Engagement für die Kino-Kunst an andere weiter. Dieses Mal kam ein so großer Umbruch, dass die ziemlich ausgedünnte Mannschaft im Herbst fand, es würde dieses Mal nicht reichen, jüngere Geschwister oder Schulfreunde auf eine Mitarbeit anzusprechen. Über „Kino-Machen-Flyer“ hat man aktiv Verstärkung gesucht und sie auch gefunden. Allerdings braucht es Monate, bis man in Technik, Barbetrieb und Verwaltung eingeführt ist. „Wir alle lieben das Free Cinema für das, was es ist“, stellte Laura Klingele fest, „aber es dauert, bis man eine Beziehung dazu aufgebaut hat.“ Nachdem das alte Programm am vergangenen Wochenende ausgelaufen ist und das neue am 10. April startet, hat das 15-köpfige Team sich zwei Wochen Pause genommen, um die Renovierung gemeinsam mit der Stadt in Angriff zu nehmen.

„Der alte Schmutz musste raus, frische Farbe rein“, erzählten Christiane Porz und Anna Fahrnländer. Meike Neumann-Titz von der städtischen Bauabteilung hat die Räume schon in Augenschein genommen, die Jugendlichen haben die Wände geweißelt. Um Licht und Elektrotechnik kümmert sich die Stadt.

Der zweite große Schritt, den das Team gerade anpackt, ist die Digitalisierung der Technik, will meinen die Anschaffung von Hard- und Software sowie Lizenz. Seit Januar 2014 ist die große Filmrolle ausgestorben. Wie Cornelius Pilgermeyer erläuterte, könne man derzeit und noch im kommenden Programm die Filme nur mittels Blu-ray-Kopie zeigen. Das sei erst möglich, wenn die Filme schon in den Verkauf gegangen, also schon älter sind. Die neue Technik auf Basis einer DCP-Festplatte wurde von dem Leipziger Verein Cinematek, dem guten Engel der kleinen Kinos, der sich gegen die Marktmacht der großen amerikanischen Produzenten durchgesetzt hat, entwickelt. „Wir basteln uns die selbst zusammen, denn wir können als nicht kommerzielles Kino nicht das teure, vorentwickelte Produkt kaufen.

Die neue Technik macht uns wieder zu einem richtigen Kino“, so Pilgermeyer. 8000 Euro kostet das, aber Vereine, Privatpersonen und Organisationen haben kräftig gespendet. „Man merkt, dass das Interesse in Lörrach groß ist“, freute man sich im Team. Auch das „Kino im Hof“ (12. bis 14. Juni) steht in den Startlöchern, und ein weiteres Open-Air, über dessen Standort gerade mit der Stadt verhandelt wird. Die Jugendlichen favorisieren den Rosenfelspark.

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