Lörrach Lörrach: In der bunten Welt der Büchern

25. Kinderbuchmesse verführt wieder zum Lesen und Vorlesen. Geschichten liegen in immer mehr Sprachen vor

Lörrach – „Träume für morgen“ haben sich die Macher der Kinderbuchmesse Lörracher Leselust als Motto für die 25. Ausgabe ausgesucht. Geschichten aus ferner Zukunft und wilden Träumen ließen am Wochenende im Burghof denn auch Hunderte von Mädchen und Jungen in eigene Welten versinken und irgendwann auch wieder auftauchen – egal ob sie sie nun in einer Schmökerecke selbst lasen oder sich vorlesen ließen.

Ein Traum für ein besseres Morgen – mehr war vor 25 Jahren auch die Kinderbuchmesse nicht. Bald darauf wurde aus diesem Traum die größte Kinderkulturveranstaltung der Region. Manchmal ist Organisatorin Birgit Degenhard immer noch ergriffen, wie sie am Wochenende im Burghof erzählte – so wie im ersten Jahr, als auf Anhieb so viele Besucher kamen. Dann denkt sie, „das ist ein Traum, das ist gar nicht echt.“ Bereits im Vorfeld waren die Theatervorstellungen und erstmals auch alle Workshops ausgebucht, die Lesenacht sowieso.

Die zweisprachigen Lesungen, die in diesem Jahr noch einmal aufgestockt wurden, kamen sehr gut an und füllten die Säle: Shaza Samra zum Beispiel las in Arabisch und Deutsch von „Prinzessin Sharifa“. Eine integrative Schulklasse aus Bad Säckingen trudelte dazu gerade noch rechtzeitig ein, um sich wie noch viel mehr Kinder ins Morgenland entführen zu lassen. Shakila Painda erzählte in persischer und deutscher Sprache über eine „Busfahrt ins Ungewisse“, und auf Italienisch und Deutsch wurden „Gespenster in der Schule“ heraufbeschworen. Damit noch nicht genug: Auch auf Englisch, Französisch, Russisch, Albanisch und Türkisch wurde geträumt, und zwar jeweils zwischen zwei Buchdeckeln.

In einer Zeit, in der Lörrach immer internationaler wird, wird das die Leselust auch. Viele zugezogenen Familien kamen zur Kinderbuchmesse und machten mit – teilweise angelockt durch das Bühnenprogramm, bei dem unter anderem Schulklassen auftraten. „Das hier soll schon eine ausgestreckte Hand sein“, bemerkte Birgit Degenhardt in diesem Zusammenhang. Zum Beispiel bedeute das Betreten eines Kulturgebäudes, wie es der Burghof ist, für eine Familie, die noch im Übergangswohnheim oder auch schon in der Anschlussunterbringung lebe, eine hohe Schwelle.

Durch Angebote wie der Kinderbuchmesse gelinge das. Und bei dem, der einmal komme, sei die Wahrscheinlichkeit wiederzukommen viel höher. Oftmals werde sie gefragt, ob überhaupt noch gelesen werde, berichtete Birgit Degenhardt. Es müssen tatsächlich Pessimisten sein, die so fragen. Selbstverständlich haben die Veranstalter nicht den Anspruch, dass alle lesen. Das war früher auch nicht so. „Wir werden nie alle erreichen“, so die Organisatorin. „Aber von allen Anstrengungen, die wir unternehmen, sind 95 Prozent an die gerichtet, die nicht von selber lesen.“ Das partizipative Element funktioniert bei der Leselust nach wie vor. So bleiben viele Kinder an den Lesefallen hängen, die überall im Burghof aufgestellt waren. Wer sich am Wochenende dort umschaute, sah nicht bloß Kinder und Jugendliche ihre Nasen in Bücher stecken, sondern auch Erwachsene. Im Literaturcafé kredenzten Mädchen und Jungen vom Werkraum Schöpflin den Gästen Lesehäppchen. Andernorts lauschten schon die Kleinsten ganz konzentriert dem, was Mama oder Papa vorlasen.

Auch hiesige Prominenz ließ es sich erneut nicht nehmen, den Vorleser zu geben. Der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster etwa erzählte über die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond. Einige namhafte Autoren wie Sebastian Vollmar oder Bruno Blume kamen auch wieder in den Burghof. „Vorlesen macht schlau, Vorlesen spendet Geborgenheit und Nähe, Vorlesen erweitert den Horizont“, war in der Nähe der Kinder- und Jugendbuchausstellung auf Bannern zu lesen. Eine freundliche Aufforderung an die erwachsenen Besucher, die manche(r) gegenüber im Lesesaal gerne in die Tat umsetzte. Was für Träumen die jungen Besucher nachhängen schrieben sie auf gelbe Sterne: ein eigenes Zimmer, Frieden, mal einen echten Wal sehen, Primaballerina oder Physikerin werden, dass alle Menschen Flügel haben – ein ganzes Wünsche-Firmament kam da zusammen.

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