Seit 40 Jahren gibt es die Lörracher Klinikschule. Und die erfolgreiche Vortragsreihe „Junge Menschen stärken“, die Leiterinnen der Erich-Kästner Schule organisieren, geht dieses Jahr in die fünfte Runde und ist wieder mit hochkarätigen Referentinnen und Referenten besetzt. Es ist keine gewagte Prognose, dass es im Großen Saal des St. Elisabethenkrankenhauses dabei wieder eng werden dürfte.

Groß gefeiert wird das Jubiläum nicht, erklärte Barbara Timm, Leiterin der Erich Kästner-Schule, die als Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum Kinder bei längeren Krankenhausaufenthalten beschult. Feiern wie in anderen Schulen, wo die Kinder mit Aufführungen an den Festen teilnehmen, seien im Fall der Erich-Kästner-Schule eben nicht möglich, sagte Barbara Timm bei der Vorstellung der diesjährigen Vortragsreihe.

Deswegen wird deren Auftakt gleichzeitig die Feier zum 40-Jährigen sein. An diesem Abend wird der Diplom-Theologe und -Sozialarbeiter Dominik Esch aus Köln das Mentorenprojekt „Balu und Du“ vorstellen, das auch schon an einigen Lörracher Schulen läuft. Jugendliche verbringen Zeit mit Grundschulkindern aus sozial schwachen Familien, um sie zu stärken und soziale Ungleichheiten zu mindern. Praktiker von der Salzert-Grundschule und dem Hans-Thoma-Gymnasium werden von ihren Erfahrungen berichten.

Das Programm (siehe Info) ist in diesem Jahr stark pädagogisch geprägt, aber wie gewohnt sind die Referenten fachlich hochkarätig, die Vorträge dennoch lebensnah und gut verständlich. Es werde Wert darauf gelegt, zwar Krankheitsbilder und Störungen vorzustellen, aber eben auch Aspekte aufzuzeigen, die den Menschen stärken, sagte die Stellvertretende Schulleiterin Sigrid Springmann-Preis.

Das sogar kostenlos für die Zuhörer anzubieten, funktioniere nur, weil die Referenten der Schule stark mit den Tarifen entgegenkämen, erklärte sie. Und weil das „Eli“, die Sparkasse, die Bürgerstiftung und der Förderverein der Schule die Reihe unterstützen. Höhepunkt in diesem Jahr ist der Vortrag des Psychologen Matthias Huber aus Bern, der selbst Autist ist und als Dolmetscher zwischen den Welten der autistischen und neurotypischen Menschen unterwegs ist. Er ist zum zweiten Mal zu Gast in der Reihe und aufgrund des zu erwartenden Andrangs wird sein Vortrag im Mai in der Aula des Hans-Thoma-Gymnasiums stattfinden. Die anderen Vorträge werden wie gehabt im Großen Saal des St. Elisabethenkrankenhauses sein.

Gegründet wurde die Schule vor 40 Jahren im Kreiskrankenhaus von Professor Michael Stahl, damals wurden 13 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Mit dem Umzug der Kinder- und Jugendmedizin ans „Eli“ im Jahr 2006 zog auch die Schule um, die Kinder- und Jugendpsychiatrie kam hinzu. Zur selben Zeit gab Günter Brehm die Schulleitung an Werner Schelker ab. 2007 bekam die Klinikschule den Namen Erich Kästner-Schule. Seit 2009 ist Sigrid Springmann-Preis Konrektorin, Barbara Timm ist seit September 2016 Rektorin.