Lörrach – Die Lörracher Immobilienpreise sind in den vergangenen beiden Jahren erneut kräftig gestiegen. Im Zeitraum 2017 und ‚18 haben sich die Preise für Bauland über alle Lagen um durchschnittlich 16,5 Prozent verteuert. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Eigentumswohnungen, die einen Großteil des Lörracher Immobilienmarkts ausmachen.

Die Preise pro Quadratmeter Wohnfläche stiegen bei Neubauten um 12,6 Prozent, bei Altbauten sogar um 20,4 Prozent. Trotz der hohen Preise floriert der Immobilienmarkt. Die Umsätze erreichten ein Allzeithoch.

Unabhängige Erhebung

Die neuen Zahlen ermittelte der Gutachterausschuss. Dieses unabhängige, nicht weisungsgebundene Gremium erfasst alle Immobilienverkäufe und kann so eine Preisentwicklung nachzeichnen, die sich an tatsächlich erfolgten Geschäften orientiert und das Marktgeschehen für zwei Jahre authentisch abbildet. Wenig überraschend ist beim Resultat für die Jahre 2017 und 2018 die Steigerung an sich. Erstaunlich ist eher, dass sich die Preisentwicklung noch einmal beschleunigt hat. „Wir waren schon auf einem hohen Niveau und es geht weiter steil nach oben“, sagt Thomas Welz, der den städtischen Fachbereich Vermessung und in dieser Eigenschaft auch den Gutachterausschuss leitet.

31 Preisklassen

Um ein möglichst differenziertes Bild der Lörracher Bodenpreise zu geben, teilt der Gutachterausschuss die Stadt in 31 Zonen ein. Die Innenstadt im Bereich zwischen Palm- und Baumgartnerstraße ist nochmals in zusätzliche sechs Teilzonen untergliedert.

Die besten Lagen

Direkt im Zentrum sind die Preise am höchsten. Ganz in der Mitte, im Bereich der Kreuzung Tumringer-/Turm-/Teichstraße müssen pro Quadratmeter 1620 Euro bezahlt werden.

Die am wenigsten teure Innenstadtzone ist das Gebiet um die Rainstraße mit immerhin noch 570 Euro pro Quadratmeter. Außerhalb der Innenstadt gibt es die bekannten Spitzenreiter. Die teuersten Grundstücke befinden sich am Leuselhardt, wo im Schnitt Bodenpreise von 710 Euro bezahlt werden. In diesem Baugebiet entstehen immer wieder neue Baufenster, indem alte große Grundstücke geteilt werden.

Dicht dahinter auf Platz zwei folgt die Zone, die vom Gutachterausschuss mit der Bezeichnung „Steinenweg bis Landesgrenze“ bezeichnet werden. Der Hünerberg ist wie bei der letzten Erhebung vor zwei Jahren das Baugebiet mit den dritthöchsten Preisen. Durchschnittlich 610 Euro wurden in den Jahren 2017/18 dort pro Quadratmeter bezahlt. Ebenfalls noch an oder über der 500-Euro-Marke liegen Flächen rund um den Stadtkern sowie auf dem Tüllinger Berg und in Röttelnweiler.

Die gemäßigten Zonen

Wirklich günstige Lagen gibt es in Lörrach eigentlich nicht mehr. Unter 400 Euro pro Quadratmeter lassen sich allenfalls noch in der Ortmatt in Brombach Grundstücke finden.

Zwischen 400 und 450 Euro pro Quadratmeter werden in Randlagen von Hauingen und Haagen sowie in Brombach fällig. Die Nordstadt und die Homburgsiedlung bewegen sich in der Preisklasse zwischen 450 und 470 Euro pro Quadratmeter.

Unbebaute Flächen auf dem Markt

Im Gegensatz zur gängigen Einschätzung, wonach ein zu geringes Angebot den Markt lahmlegen würde, wechseln in Lörrach durchaus zahlreiche unbebaute Flächen den Besitzer. Insgesamt 68 000 Quadratmeter unbebauter und durch Abriss wieder zur Neubebauung hergerichteter Flächen wurden in den vergangenen beiden Jahren verkauft.

Darin enthalten waren die ersten Grundstücke im Gebiet Belist (12 800 Quadratmeter) und das Gebiet „Weberei Conrad“, das die Stadt Lörrach an die Wohnbau und an den Landkreis veräußert hat (14 000 Quadratmeter).

Eigentumswohnungen

70 Prozent des Lörracher Immobilienmarkts entfallen auf Eigentumswohnungen. Auch in diesem Segment beobachtet Thomas Welz einen sehr deutlichen Preisanstieg. Pro Quadratmeter Wohnraum im Neubau müssen im Lörrach im Durchschnitt 4000 Euro bezahlt werden. Weil der Markt für neue Eigentumswohnungen knapp und die Nachfrage anhaltend groß ist, stürzen sich viele Käufer auf Altbauwohnungen. Die Folge: Der Lörracher Immobilienboom schlägt zeitversetzt auf dieses Segment durch. Mehr als 50 Jahre alte Wohnungen sind bei einem Preisniveau von 2100 Euro pro Quadratmeter (und dies oft mit erheblichem Renovierungsbedarf) so sehr gefragt, dass hierbei die Durchschnittspreise um satte 39 Prozent stiegen.

Lebhafter Markt

Die Beobachtung auf dem Mietwohnungsmarkt, wo wegen der Wohnungsknappheit nur noch wenig Fluktuation zu beobachten ist, bleibt der Markt mit Immobilieneigentum dynamisch. Mit einem Volumen von 223 Millionen Euro erreichte der Markt ein neues Allzeithoch.

Käufer aus der Schweiz

Die Zahl der Schweizer Käufer ging zuletzt zurück. 2016 gingen noch 7,8 Prozent aller verkauften Immobilien an Kunden aus dem Nachbarland, in 2018 waren es nur noch 2,75 Prozent.