Manches ist in die Jahre gekommen, anderes noch gar nicht angepackt. Unter dem Stichwort Masterplan Innenstadt hat die Stadtplanung im Herbst die Diskussion angestoßen, an deren Ende ein Fahrplan für die Aufwertung der Innenstadt stehen soll. Gerd Wernthaler hat für die Ratsfraktion der Grünen Anregungen erarbeitet und an den Oberbürgermeister gesandt. Jörg Lutz reagierte zustimmend.

  • Nichtkommerzielle Räume: Die Grünen teilen danach die Auffassung der Stadtplanung, dass die Innenstadt (noch) attraktiver werden müsse. Dabei habe die Fraktion weniger die Einkauftouristen im Blick als die Menschen, die zwischen dem Busbahnhof und dem Meeraner Markt leben – von immerhin 3500 ist die Rede. Wichtig seien, so Wernthaler, neben der Familien- und Generationenfreundlichkeit nichtkommerzielle Aufenthaltsflächen für alle. Plätze und Straßenräume, die lange zugunsten des Autoverkehrs vernachlässigt worden seien, müssten wieder verstärkt in den Blick genommen werden.
  • Platz hinter der Stadtkirche: Konkret genannt ist der Platz hinter der Stadtkirche, der freilich nur zum Teil im Besitz der Stadt ist. „Obwohl eingebettet in ein interessantes historisches und architektonisches Ensemble, wird er leider in keiner Weise genutzt“, schreibt Wernthaler. Das alte und das neue Lörrach kommen hier mit Stadtkirche, Alter Feuerwache, Museum und Burghof zusammen.
    Wie andere Plätze war auch dieser schon vor einigen Jahren im Blick einer Arbeitsgruppe „Familienfreundliche Innenstadt“. Selten, wie etwa beim Mobilitätstag „Slow-up“ im vergangenen Jahr, herrscht hier mal Leben. Sonst liegt der Platz einfach nur herum.
  • Untere Wallbrunnstraße: Auch die Untere Wallbrunnstraße ist aus Sicht der Grünen historisch und architektonisch interessant. Die derzeitige Regelung verursache aber viel Verkehr. Die Fraktion will, dass der Straßenraum zwischen dem Kaufhaus C&A und dem Alten Marktplatz aufgewertet wird und die historische Bausubstanz besser zur Geltung kommt. Hier steht immerhin das Alte Rathaus, das für die Lörracher Stadtgeschichte von Bedeutung ist. Im Vorgängerbau an gleicher Stelle rief Gustav Struve die erste Republik auf deutschem Boden aus.
  • Basler Straße Nord: Die nördliche Basler Straße zwischen dem Aicheleknoten und der Fußgängerzone ist schon lange als einer der Räume im Gespräch, die aufgewertet werden sollen. Würde das endlich umgesetzt, käme auch das Kulturzentrum um Stadtkirche, Museum und Stadtbibliothek besser zur Geltung, argumentiert Wernthaler für die Grünen. Wesentlich sei hier die Gestaltung des Eingangsbereichs am Aicheleknoten. Mit der Turm- und Palmstraße und dem Bahnhofsplatz benennen die Grünen weitere Räume, die mittelfristig in den Blick genommen werden müssten. Die künftige Aufwertung der Stadtplätze dürfe sich freilich nicht auf die Innenstadt beschränken.

Der traditionsreiche Engelplatz, so Wernthaler, sei fast nicht mehr als Platz erkennbar. Die SPD hatte vor einiger Zeit auch den Senser Platz ins Gespräch gebracht.