Über seine Verteidiger hat der Angeklagte erklären lassen, dass er die Taten nicht begangen habe. Die Anklage der Staatsanwaltschaft Lörrach wirft dem Angeklagten vor, an einem Abend im Februar oder März 2018 seine Nichte mit dem Auto abgeholt zu haben, um sie nach Hause zu fahren. An der Lucke sei er plötzlich auf einem Feldweg gefahren. Dort habe er sich über seine volljährige Nichte geworfen, ihre Hände mit einem Gürtel gefesselt und sie teilweise entkleidet. Trotz der Schreie der jungen Frau habe er ihr Gewalt angetan. Ein Anruf auf seinem Handy, so die Anklageschrift, habe das Geschehen abrupt beendet. Im Anschluss habe der Angeklagte seine Nichte nach Hause gefahren. In der Anklage heißt es, dass sich die junge Frau mit ihrer Strafanzeige gegen den Onkel gegen ihre türkischstämmige Familie gestellt habe.

Vergleichbare Taten bereits 2010 und 2015

Der 55-jährige Angeklagte mit türkischstämmigen Wurzeln besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und wohnt im Elsass. Die Anklage wirft ihm zudem vor, 2010 ein zehnjähriges Mädchen aus der Verwandtschaft unter der Kleidung unsittlich berührt zu haben. Eine vergleichbare Tat soll er im Jahr 2015 an einer Zwölfjährigen aus dem Familienkreis begangen haben. Der Angeklagte lässt sich von zwei Strafverteidigern verteidigen, drei Anwälte nehmen die Interessen der Nichte und der beiden Kinder als Nebenkläger wahr. Die Vernehmung der Nichte fand am Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Gericht hat fünf Verhandlungstage anberaumt und erhöhte Sicherheitsvorkehrungen angeordnet.