Das Parkschwimmbad verzeichnet einen Spitzenwert in dieser Saison: 137 000 Besucher sind bis Ende vergangener Woche ins Freibad gegangen. Seit Mai war es kontinuierlich gut besucht. Die meisten Badegäste (4721) kamen am 1. Juli, einem Sonntag. Das könnte, über den Daumen gepeilt, bis zu 100 000 Euro mehr Eintrittsgeld als sonst in die Kasse des städtischen Eigenbetriebs Stadtwerke spülen, schätzt dessen Leiter Wolfgang Droll. Hinsichtlich unerwünschter Vorkommnisse sprach er dagegen von einer ruhigen Saison.

„Wir sind absolut zufrieden und freuen uns über diese Besucherzahl, die ein Spitzenwert ist“, sagte Droll gegenüber dieser Zeitung. 2017 kamen rund 125 000 Besucher, 2016 und 2015 waren es jeweils knapp 120 000. Der 1. Juli war der mit Abstand am besten besuchte Tag der Saison. Im Juli folgten dann aber noch mehrere Tage mit fast 4000 Besuchern, was sonst in dieser Saison nicht mehr erreicht wurde.

Ein Wermutstropfen sei allein die personelle Situation des Bäderteams. „Wir bekommen nicht genug Azubis.“ Das bedeutet: Angesichts des Sommers, der so gut wie keine Tage mit Abkühlung brachte, mussten die Mitarbeiter Überstunden machen. Sie hatten kaum die Gelegenheit, Erholungspausen einzulegen. „Ich muss sie loben, wie sie alle mitgezogen haben“, sagt Droll daher.

Zu wenige Auszubildende

Sechs Auszubildende – jeweils zwei pro Lehrjahr – streben die Stadtwerke für den Bäderbetrieb an, doch sie haben nur einen im ersten und einen im dritten Lehrjahr. Insgesamt etwa 15 Mitarbeiter teilen sich die Arbeit im Freibad, fast jeder zweite arbeitet jedoch in Teilzeit, ist 450-Euro-Kraft oder nur für die Sommersaison angestellt. Dabei hebt Droll hervor, es sei nicht üblich, dass Gemeinden und Städte Ganzjahresarbeitsplätze im Bäderbetrieb anbieten, wie es in Lörrach dank des Hallenbads der Fall ist. Schwierig sei es dennoch, diese Stellen zu besetzen. „Wir unternehmen viel dafür, sind auch bei Jobbörsen vertreten“, beschreibt er den Aufwand. Derzeit arbeite sogar ein Mann aus Ägypten, der die Rettungsschwimmerausbildung absolviert, mit.

Bäderbereich ein Zuschussgeschäft

Der Bereich Bäder ist für Kommunen stets ein Zuschussgeschäft. In Lörrach beträgt das jährliche Minus laut Droll in der Regel durchschnittlich um die 1,5 Millionen Euro. Dieses Loch gleichen die Stadtwerke jedoch mit anderen Bereichen aus: Sowohl mit dem Gas (Beteiligung an Badenova), Wasser und Tiefgaragen verdienen sie Geld, das den Fehlbetrag der Bäder in der Jahresrechnung gutmacht. Größere Verletzungen von Badengästen gab es nicht. Zu Beschwerden kam es auch diesen Sommer, Droll schätzt sie als jedoch als minder gravierend ein als in den Vorjahren. Erneut seien hin und wieder Jugendgruppen negativ aufgefallen, weil sie unfreundlich auftraten oder einen rüden Umgang mit anderen Badegästen pflegten. Diesmal sei es jedoch nicht zu heftigen Vorfällen gekommen. Es habe keinen Polizeieinsatz gegeben.

Für die häufigsten Beschwerden sorgen Räumungen der Schwimmbecken oder sogar des Freibads wegen eines aufziehenden Gewitters. Aufgrund der Gefahr müsse dies frühzeitig geschehen. Manchmal handelt es sich dabei auch um einen Fehlalarm: Die Wolken ziehen vorbei, in Lörrach blitzt es nicht. „Wir können nicht warten, bis das Gewitter da ist. Aber die Abwägung ist sehr schwierig. Dafür bitten wir um Verständnis“, sagt Droll. Der Diensthabende trage eben die Verantwortung. Er habe das Gefühl, diese gefährlichen Wetterlagen gebe es häufiger als früher, sagt Droll: „Das kommt relativ oft vor.“ Doch dabei handele es sich um höhere Gewalt. Man könne den Besuchern nicht das Eintrittsgeld zurückerstatten, wenn ihr Badespaß wegen des Wetters nicht wie erwünscht verläuft.

Die Sauna war erst in den vergangenen Tagen bei den Besuchern gefragt.
Die Sauna war erst in den vergangenen Tagen bei den Besuchern gefragt. | Bild: Peter Gerigk

Die im vergangenen Jahr neu angeschaffte Sauna wurde trotz der Gewitterlagen in diesem Sommer so gut wie nicht in Gang gesetzt. Sie war 2017 eine beliebte Attraktion, wenn einmal niedrigere Temperaturen herrschten. Immerhin freuten sich am vergangenen kühlen Wochenende einige Besucher, sich dort bei etwa 55 Grad Celsius aufwärmen zu können. Vielleicht wird die Sauna bis zum Saisonende noch häufiger gefragt sein. Die richtige Saunasaison beginnt jedoch erst wieder, wenn das Hallenbad öffnet.

Das Freibad öffnet letztmals in dieser Saison am Sonntag, 9. September. Die Stadt bittet Mieter einer Mietbox, diese bis dahin auszuräumen und die Schlüssel an der Kasse abzugeben. Das Hallenbad öffnet erstmals am Samstag, 22. September.