Die ersten Unternehmen, die sich im geplanten Wohn- und Geschäftshaus mit dem Namen „Lö“ niederlassen werden, stehen fest. Sie wollen aber noch nicht genannt werden. Das bestätigte der Generalplaner ECE. „Wir befinden uns noch nicht in der Verkündungsphase“, teilte Projektdirektor Marcus Janko von dem Hamburger Unternehmen auf Anfrage mit. Im Gespräch seien auch regionale Interessenten. Über die Möglichkeiten erkundigten sich unter anderem das Modehaus Kilian, Hieber’s Frische Center und der ehemalige Global Grill.

ECE sieht bei der Vermietung der Flächen neben den 59 Wohneinheiten ein Konzept mit gastronomischer Nutzung sowie den Branchen Lebensmittel, Drogerie, Bekleidung und Fitness vor. Marcus Janko sieht angesichts des im Herbst 2020 vorgesehenen Eröffnungstermins keinen Zeitdruck. Die Verhandlungen mit Interessenten liefen und seien recht weit fortgeschritten. Das Areal sei äußerst attraktiv, die Gewerbeflächen seien nicht schwer zu vermieten. Im Gespräch waren oder sind nach Informationen auch Drogeriemarkt Müller, Clever fit und TK Maxx, die dies auf Nachfrage jedoch nicht bestätigten.

Angesichts des zurückgezogenen Interesses der Postbank, wieder an ihren früheren Standort zurückzukehren, könnte die Fläche für die Gastronomie großzügiger bemessen werden, als zunächst vorgesehen war. Ob in diesem Segment damit zwei Bewerber zum Zuge kommen werden, entscheide ECE in enger Abstimmung mit dem Eigentümer, der Widerker-Gruppe, sagte Nils Hoffmann, der bei ECE für die Vermietung zuständig ist. Auch mehrere bundesweit agierende Gastronomie-Ketten seien im Gespräch. Vorstellbar sei, entweder die gesamte dafür vorgesehene Fläche für eine Ganztagsgastronomie zur Verfügung zu stellen oder sie aufzuteilen und die Umsetzung von zwei Konzepten zu ermöglichen.

Hoffmann schreibt eine Rückkehr der Postbank nicht komplett ab. „Vielleicht hat man die Möglichkeit, wieder in die Gespräche einzusteigen. Das muss man abwarten.“ Dieses wichtige Dienstleistungsangebot des täglichen Bedarfs sei für ECE bei der Vermietung der Flächen gesetzt gewesen. Stadtverwaltung und Bevölkerung wünschten dies an diesem Ort.

Konkretes Interesse

Ihr konkretes Interesse bekundeten dagegen die Inhaber des früheren Restaurants Global Grill, die Brüder Ömer, Kasim und Orhan Eren, die das Steakhaus Mendoza in Weil am Rhein-Friedlingen betreiben. Sie möchten mit einem neuen Konzept an ihren früheren Standort zurückkehren. Ihr Restaurant befand sich fast 18 Jahre lang im ehemaligen Postgebäude. Die Brüder haben einen Architekten beauftragt, der sich mit ECE im Austausch befindet. Sie setzen auf ein Ganztags-Gastronomiekonzept, das auf eine Mischung aus Restaurant, Café und Bar ausgelegt ist; als Name schwebt ihnen „Die Lerche“ vor – passend zum Wappenvogel der Stadt und dem Namen des Wohn- und Geschäftshauses.

Auch Michael Schmiederer informierte sich beim Projektentwickler, was in den neuen Gebäuden geplant ist, sagte er auf Nachfrage. Der Geschäftsführer des Modehauses Kilian spielt aber nach eigener Aussage nicht mit dem Gedanken, dort eine zweite Filiale in der Stadt zu eröffnen. Aus Kostengründen sei dies für ihn wahrscheinlich nicht lukrativ, meint er angesichts der Baukosten für den Gebäudekomplex. Für ihn sei es aber eine Selbstverständlichkeit, Vorhaben wie das Wohn- und Geschäftshaus „Lö“ im Auge zu behalten, um zu „wissen, was dort kommen könnte“.

Der Edeka-Kette wurden Flächen für einen Lebensmittelmarkt angeboten. Die Handelskette erkundigte sich bei Dieter Hieber, dem Inhaber des gleichnamigen Lebensmittelmarkts, ob er Interesse daran habe. Doch der winkte ab, sagte er auf Anfrage: „Ich habe abgesagt. Zwei Filialen so nahe beieinander macht keinen Sinn. Dann knapse ich mir den Umsatz von der anderen Filiale weg.“

Martin Henle ist ebenfalls darauf angesprochen worden, sagte er auf Nachfrage. Der Inhaber des Lebensmittelmarktes Nah und gut Henle an der Turmstraße in der direkten Nachbarschaft des ehemaligen Postareals zeigt sich der Option gegenüber prinzipiell offen: „Natürlich höre ich mir das an.“ Es käme auf die Rahmenbedingungen an, ob er sich einen Einzug dort vorstellen könnte. Er sehe jedoch noch viele Fragezeichen, beispielsweise, ob die Zulieferung über die Palmstraße möglich sein werde. Konkrete Daten über die Flächen und den Preis lägen ihm ebenso wenig vor wie eine konkrete Anfrage, erklärt Henle.