In der Veranstaltungsreihe Seniorensommer hat Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic Pläne für die Stadtentwicklung präsentiert. Dabei ging sie im bis auf den letzten Platz gefüllten großen Sitzungssaal im Lörracher Rathaus auf viele Herausforderungen ein.

Neuhöfer-Avdic betonte die enge Vernetzung zwischen Lörrach und Basel. „Im Grunde sind wir eine große Stadt“, sagte sie über die Metropolregion um Basel, die zu den führenden Zukunftsregionen in Deutschland gehöre. Diese Verzahnung über kommunale und regionale Grenzen hinweg müsse in Planungen stets im Auge behalten werden. „Richtig herausfordernd wird es bei Projekten, welche die EU-Außengrenze passieren“, so die Bürgermeisterin. Die Anbindung ans Wiesental sei von zentraler Bedeutung, das betreffe die S-Bahn ebenso wie Straßenausbau. Laut einer Studie sei mit mindestens 8000 neuen Einwohnern im Wiesental zu rechnen. Dies bedeute auch, andere Mobilitätsformen wie etwa einen durchgängigen Radverkehr im Blick zu behalten.

„Lörrach ist eine Stadt im Wandel“, sagte Neuhöfer-Avdic. Von der früheren Prägung durch die Textilindustrie zu einer heute von Dienstleitungen dominierten Wirtschaft. So sei es wichtig, Gewerbeflächen und somit Arbeitsplätze zu erhalten. Man dürfe nicht zur Schlafstadt für Arbeitnehmer in Basel werden. „Wir gehen fest davon aus, dass sich die Bevölkerungszahl weiter nach oben entwickeln wird.“ Wohnraum zu schaffen habe oberste Priorität. Pro Jahr müssten 250 Wohneinheiten gebaut werden, man sei mittlerweile auf einem guten Weg. Der Wohnungsmangel zeige sich auch an den Mietpreissteigerungen, bei denen Lörrach mit 23,4 Prozent in den vergangenen fünf Jahren nach Berlin und München an dritter Stelle stehe. Neuer Wohnraum dürfe jedoch keine Arbeit verdrängen und auch nicht Freizeitbereiche wie etwa das Grütt.

Veränderungen wird auch der Bau des Zentralklinikums bringen. Dadurch werden auch Flächen in der Stadt frei, wie das Areal des Kreiskrankenhauses. Auch durch die mögliche Umnutzung des KBC-Areals habe Lörrach 15 bis 20 Hektar Entwicklungsfläche im Innenstadtbereich, was, gemessen an der Größe der Stadt, einzigartig in Deutschland sei, betonte Neuhöfer-Avdic. Nächstes Jahr wird die Innenstadt neu gestaltet. Auch im Bereich Mobilität stünden Veränderungen an. „Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass man das Auto überall und kostenlos abstellen darf“, sagte sie und plädierte unter anderem für Verbesserungen für Fußgänger und den öffentlichen Personennahverkehr. Zugleich sei Lörrach im Bereich Mobilität „schon gut unterwegs“. Die S-Bahn sei ein Erfolgsmodell. Deren weiteren Ausbau hingegen könne Lörrach nicht alleine stemmen. Hierzu brauche es finanzielle Unterstützung etwa aus Stuttgart und Berlin.

Neben den vielen Chancen etwa durch die Digitalisierung gäbe es auch weitere Herausforderungen wie durch den Klimawandel oder den demografischen Wandel. So sagte sie: „Die Zukunft hält einiges bereit!“