„Er macht aus einer Welt, die alles andere als heil ist, eine schönere Welt“, sagte Martin Walser über Bruno Epple. Manfred Bosch nannte den Doyen der Bodensee-Literatur einen „Poeten mit Herz und Gemüt“. Und Arnold Stadler schrieb einmal in einem Brief nach Wangen am See an die Adresse Epples: „Du bist einer, der malt und schreibt, malend schreibt...wenn du malst, bist du Maler, wenn du schreibst, schreibst du.“ Wieder einmal hatte der fast 88-jährige Lyriker und Erzähler den Weg von der Höri, der Halbinsel am Bodensee, wo der bekannte „Dichter-Maler“ seinen beiden Professionen nachgeht, den Weg nach Lörrach auf sich genommen, um im Dreiländermuseum beim Hebelbund in der Reihe „Literarische Begegnungen“ zu lesen. Für Hebelbund-Präsident Volker Habermaier war der geschätzte Maler-Poet ein ganz besonderer literarische Gast, dessen enge Verbindung von Malerei und Dichtung er hervorhub.

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Epple selber konzentrierte sich vorwiegend auf Mundartgedichte. Vor ihm lag ein ganzer Stapel Bände, das meiste stammte aus dem Lesebuch „Erntedankfest“, das zu seinem 80. Geburtstag entstanden ist und so etwas wie die „Ernte“ aus fünf Jahrzehnten seines Schaffens versammelt. Mit Auszügen aus „Wosches – Vergnügliche Lektionen zur alemannischen Mundart“ standen Glossen über Mundart und Dialektausdrücken an, die sehr gut ankamen, weil der Dichter darin auch den Wurzeln der Worte nachgeht. Hier ist Epple der reinste Sprachforscher. Für ihn ist die Mundart wortschöpferisch und ausdrucksstark. Auf die Eppleschen Verben und Adjektive in der bildhaften farbigen Sprache, lohnt es sich zu horchen, es sind bildmächtige Gedichte eines Malers.

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Der große Lyriker und Erzähler vom Bodensee las aber nicht nur Erheiterndes, sondern auch Nachdenkliches über das Thema Tod und Vergänglichkeit, darunter das Vorwort zu „Ein Konstanzer Totentanz“. In einer Ballade wurde deutlich, „wie nah beim Narr der Tod steht“. Welche Nähe dieser „Poeta doctus“, dieser „Dichterschöpfer“ und „fromme Aufklärer“, der zu Habermaieres Bedauern bisher noch nie den Hebelpreis des Landes erhalten hat, zu dem großen alemannischen Dichter Johann Peter Hebel hat, wurde im Gedicht „Doo woni wohn“ deutlich, das Epple als „eines meiner besten Stücke“ bezeichnete und in dem er Hebel sogar zitiert.