Knapp 20 000 Menschen besuchten 2018 das Dreiländermuseum. Das waren etwa 3000 weniger als im Jahr zuvor, doch wieder gehört das Lörracher Haus damit zum ersten Viertel der bestbesuchten deutschen Museen. Dahinter stecke viel Arbeit, machte Museumsleiter Markus Moehring am Dienstag beim Pressegespräch deutlich: „Das ist kein Selbstläufer.“ Für die Zukunft kommt aus seiner Sicht einem neuen Depot für die Sammlung eine zentrale Bedeutung zu.

Die Besucherzahl pendle seit Jahren um die 20 000er-Marke, sagt Moehring. 2018 kamen mehr Einzelbesucher als im Vorjahr, aber weniger Gruppen. Dennoch ist auch da die Zahl hoch: 444 Gruppen meldeten sich aus Deutschland an, 45 aus Frankreich, 18 aus der Schweiz, 56 waren gemischt. Die Zahl der Gruppen aus Frankreich sei sehr gut, die aus der Schweiz könnte größer sein – und ist es je nach Thematik auch. Die großen Ausstellung „Zeitenwende 1918/19“, die die zweite Jahreshälfte prägte und noch läuft, betraf die Eidgenossen weniger.

„Zeitenwende“ war 2018 eine der großen Schauen und zentraler Teil eines vernetzten Projekts am Oberrhein mit vielen Partner, das bis jetzt an allen Orten zusammen von rund 200 000 Menschen wahrgenommen wurde. Netzwerktreffen hatten dieses Projekt vier Jahre lang vorbereitet. „Zeitenwende“ war aber nur eine von einer ganzen Reihe Sonderausstellungen im Jahr 2018. Im ersten Quartal hatte noch die Ausstellung „Reformationen“ Besucher angezogen, „Paper Art“ schloss sich an. Im Hebelsaal befassten sich kleinere Ausstellungen mit Weltreligionen, Hebels Schweizerreise sowie den Künstlern Herrmann Scherer, Gerta Haller und Herbert Bohnert. Rund 100 Veranstaltungen fanden im Museum statt, sehr viele waren thematisch auf die Ausstellungen bezogen. Bildungsarbeit oder das Management des Netzwerks der Geschichtsvereine gehören ebenso zur Bilanz 2018 wie etwa die Arbeit an der Datenbank und Publikationen.

Parallel zur Arbeit an den Sonderschauen pflegte das Museum die trinationale Dauerausstellung und die große Sammlung. 2017 waren die rund 50 000 Objekte ins Provisorium in Tumringen umgezogen, 2018 war das Museumsteam noch damit beschäftigt, die Dinge dort so zu ordnen, dass man mit den Übergangsräumen einigermaßen arbeiten kann. Auch galt es Schäden zu beheben, die beim Umzug entstanden waren. Das betraf unter anderem 14 Bilder.

Derweil wuchs die Sammlung weiter. 73 Neuzugänge, darunter ganze Konvolute, wurden aufgenommen. Dazu gehörte als Schenkung eine Trikolore, die 1918 in Thann genäht wurde, um die Rückkehr des Elsass’ nach Frankreich zu feiern. Regelmäßig wird zu den Sammlungsstücken auch geforscht. 3500 Stunden steckten Honorarkräfte 2018 in diese Arbeit. So arbeite für die Ausstellung zur Burg Rötteln, die 2019 im Zentrum steht, derzeit ein Waffenspezialist, erklärte Moehring.

Die Bedeutung der Sammlung zeigt sich auch immer wieder in den Anfragen aus anderen Häusern – 2018 gingen Stück etwa nach Venedig, Trier, Kopenhagen oder Köln. Die sichere Unterbringung dieser Sammlung bleibt laut Moehring die größte Herausforderung für die Zukunft.

Auch künftig wird das Museum von der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden unterstützt. Deren Vorstandsvorsitzender André Marker und Markus Moehring unterzeichneten am Dienstag den neuen Sponsoringvertrag, der für drei weitere Jahre jährlich 10 000 Euro zur freien Verfügung zusagt. Außerdem bekommt das Haus jährlich 10 000 Euro für eine der Ausstellungen. Diese Verbindung habe eine lange Tradition, so Moehring. Sparkassendirektor Ernst Schultz (1861 bis 1953) gründete die Sammlung, die den Grundstein für die Lörracher Museumsarbeit legte. Gern fördere man auch in Zukunft die „herausragende Arbeit“ des Museums, betonte Marker.

Informationen im Internet:
http://www.dreilaendermuseum.eu