Lörrach (seh) 87 Veranstaltungen, darunter eine Tagung, werden die Ausstellung zu Burg Rötteln im Dreiländermuseum vom 13. April an begleiten. Die große Schau ist wesentlicher Teil des Schwerpunkts zur Burganlage, der auch touristischen Aspekten großes Gewicht gibt. Gilt es doch, das ohnehin beliebte Lörracher Wahrzeichen noch intensiver und auch unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten ins Zentrum zu rücken.

Viele Partner arbeiten dafür zusammen – das Lörracher Museum und der rührige Röttelnbund, die Stadt und die Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG). Burg Rötteln sei das Wahrzeichen der Stadt Lörrach und ein touristischer Magnet, sagte Oberbürgermeister Jörg Lutz gestern bei einem Pressetermin im Vorfeld der großen Ausstellung im Museum. Rund 50 000 Besucher werden jährlich in der Oberburg gezählt, die dem Land gehört. Mindestens noch einmal so viele kommen zur Unterburg, die im Besitz der Stadt ist – auf Wanderungen und Spaziergängen oder um die Gastronomie zu genießen. Mit dem Burg-Projekt könne die Stadt „Potenziale heben“, sagte Lutz. Das Ziel sei auch, den Ort touristisch noch besser zu erschließen, etwa indem man eine digitale Führung erarbeiten lasse. Ähnliche Ziele beschrieb Lars Frick, Leiter des städtischen Fachbereichs Kultur und Tourismus. Der Tourismus, der Röttelnbund und das Museum seien bisher „nebeneinander erfolgreich“ gewesen, nun wolle man die Zusammenarbeit intensivieren. Ein besonderes RVL-Ticket soll im Projektzeitraum den Besuch von Museum und Burg ermöglichen, unter anderem hier greift die Unterstützung der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, die das Projekt mit 10 000 Euro fördert.

Die Ausstellung im Dreiländermuseum, die vom 13. April bis zum 17. November geht, wird die Burg in fünf Abteilungen präsentieren. Dargestellt werden die drei aufeinanderfolgenden Herrschergeschlechter und die Wiederentdeckung der Burg, ein Familienbereich wird interaktiv gestaltet. Für die Wiederentdeckung spielt der Röttelnbund eine maßgebliche Rolle, der vor 126 Jahren gegründet wurde. Damals war die Ruine schwer einsturzgefährdet, so Uwe Gimpel, der dem ehrenamtlich arbeitenden Röttelnbund seit langem vorsteht. Das Programm für die nächsten Monate, das nun vorliegt, sei das Ergebnis vieler Ideen und einer tollen Zusammenarbeit. Gimpel: „Wir freuen uns auf das Jahr.“

Ralf Wagner von den Staatlichen Schlössern und Gärten, der als Konservator für Lörrachs Burg zuständig ist, verwies beim Pressetermin noch einmal auf die Tagung, die die bisher wenig erforschte Burg unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten in den Blick nimmt. Ein Redner ist Sven Schomann, der über die Lörracher Burg promoviert. Im Röttelnbund und dem Museum habe die staatliche Schlösserverwaltung kompetente Partner. Eine Besonderheit sei, dass die rund 1000 Fundstücke von Rötteln vor Ort seien und nicht wie in anderen Fällen in weit entfernten Museen.

Museumsleiter Markus Moehring betonte, Lörrach habe die größte mittelalterliche Burganlage am Oberrhein – dies sei im öffentlichen Bewusstsein nicht genug verankert. Dies soll sich ändern. Dass nun so viele Partner zusammenspannten, sei eine tolle Chance. Beim Programm haben unter anderem der Hebelbund, der Museumsverein, die Gruppe Abraham und die IG Velo mitgewirkt. Es wird ein Lörracher Heft zu Rötteln geben und einen Tagungsband für jene, die tiefer einsteigen wollen.

Termin: Die Ausstellung wird am Freitag, 12. April, um 19 Uhr im Dreiländermuseum eröffnet.