Vor kurzem wurde in Freiburg das Beratungszentrum für Unterstützte Kommunikation eingeweiht. Die „Unterstützte Kommunikation“ bietet Menschen, die nicht oder nur eingeschränkt über eine Lautsprache verfügen, Alternativen, um sich mitzuteilen. Die Beratungsstelle richtet sich an ganz Südbaden. Zu den Trägern zählt das St. Josefshaus Rheinfelden-Herten und die Lebenshilfe Lörrach. „Kommunikation ist ein Menschenrecht“, das machte der Geschäftsführer des Beratungszentrums Gregor Renner bei der Eröffnung des Beratungszentrums deutlich. Der Professor für Heilpädagogik und Unterstützte Kommunikation an der katholischen Hochschule in Freiburg verwies darauf, dass ohne Kommunikation soziale Teilhabe und Selbstbestimmung nicht möglich seien. „Diejenigen, die sprechen können, können sich nur schwer vorstellen, was es heißt, nicht sprechen zu können.“ Aber genau das könne jeden treffen. Neben Menschen, die von Geburt aus nicht über eine Lautsprache verfügen, gebe es viele Menschen, die nach einem Schlaganfall oder einer Krankheit in der Kommunikation beeinträchtigt sind. Darüber hinaus seien auch viele Senioren durch einen fortschreitenden Abbauprozess in ihrer Kommunikation eingeschränkt.

Damit aber auch Menschen ohne Lautsprache die Möglichkeit haben sich auszudrücken, um ihren Willen zu äußern, gebe es mittlerweile eine breite Palette von Möglichkeiten, die diese Einschränkungen ausgleichen und unter dem Begriff „Unterstützte Kommunikation“ zusammengefasst werden. Das Ziel der Unterstützten Kommunikation sei es, die passende Kommunikationsmöglichkeit für jede einzelne Person zu finden. Dabei werden zum Beispiel Mimik, Gesten, Gebärden, Kommunikationstafeln und technische Mittel eingesetzt.

Das Beratungszentrum für Unterstützte Kommunikation bietet hierzu Einzelpersonen, aber auch Gruppen ein umfangreiches Leistungsspektrum an, dass von der individuellen Diagnostik und Beratung über die Unterstützung bei der Beantragung von Hilfsmitteln bis zur Anleitung von Bezugspersonen und Fortbildung zu verschiedenen Themen der Unterstützten Kommunikation reicht. Renner machte deutlich, dass Unterstützte Kommunikation keine einseitige Maßnahme ist, die nur auf den Menschen mit einer sprachlichen Beeinträchtigung zielt, sondern in erster Linie Dialog bedeutet. Das heißt, dass auch die nicht sprachlich beeinträchtigten Kommunikationspartner auf die kommunikativen Möglichkeiten ihres Gegenübers eingehen müssten. Im Zuge der UN-Behindertenrechtskonvention seien gerade die Kommunen dazu aufgefordert, Unterstützte Kommunikation sicherzustellen. Das Beratungszentrum biete hierzu einen Assessment-Prozess an, der dann zu entsprechenden Maßnahmen im Rahmen eines Qualitätsmanagements führe. Wichtig war es dem Heilpädagogen darauf hinzuweisen, dass das Freiburger Beratungszentrum ein offenes, „neutrales“ Angebot sei, und nicht wie andere Beratungszentren in der Unterstützten Kommunikation von Firmen geführt werden, die darüber ihre technischen Hilfsmittel zu verkaufen suchen.

Weitere Informationen: Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation Freiburg, Adelhauserstraße 8, Telefon 0761/48 99 41 70, E-Mail: Info@bzuk-freiburg.de