Die Klinik-Uhr tickt: Noch 1992 Tage sind es bis zur geplanten Eröffnung des künftigen Kreiskrankenhauses im Lörracher Nordosten.

Damit tatsächlich Anfang 2025 dort die ersten Patienten versorgt werden können, müssen Planung und Bau weiterhin wie am Schnürchen laufen. Nachdem der Kreistag diese Woche die Ausführungsplanung beschlossen hat und auf dieser Grundlage die Zuschüsse beantragen kann, ist für die nächsten Schritte die Stadt Lörrach gefragt. Auch im Rathaus laufe derzeit alles nach Plan, hieß es am Donnerstagabend im Gemeinderat.

Das 300-Millionen-Euro-Projekt setzt einen dicht getakteten Zeitplan voraus, bei dem derzeit auch die Stadt Lörrach in Sachen Bauleitplanung eine wichtige Rolle spielt. „Wir arbeiten Hand in Hand“, versicherte Lutz. Es seien „große Stäbe“ im Einsatz. Bevor ab September 2020 gebaut werden kann, muss die Stadt das Baugelände bereitstellen, was wiederum voraussetzt, dass bis dahin die Landstraße Lörrach-Steinen verlegt sein muss. Parallel arbeitet die Stadt am Bebauungsplan. Diese Rahmenplanung, ohne die keine Baugenehmigung erteilt werden kann, hat die Stadt schon vorbereitet. Nachdem nun die Entwurfsplanung beschlossen ist und auf dem künftigen Klinik-Campus Lage und Größe der Gebäude feststehen, werden diese Informationen in den Plan eingearbeitet. Im Herbst soll der Bebauungsplanentwurf für Stellungnahmen noch einmal offengelegt werden.

Die vom Kreis beschlossene Anhebung des Gebäudes um zwei Meter wurde im Gemeinderat nicht infrage gestellt, ebenso wenig der Verzicht auf satteldachartige Aufbauten. Das Gebäude wird somit 23 Meter hoch. Thorsten Stolpe, der bei den Kreiskliniken für das Baumanagement zuständig ist, erklärt dies mit dem Hochwasserschutz. Die Funktionsräume in den Sockelgeschossen können auf diese Weise natürlich belüftet und belichtet werden. Anders als in einer früheren Planungsphase vorgesehen, werden die Rettungshubschrauber auf dem Klinikdach landen. Dies vereinfache und beschleunige den Flugbetrieb, was die Lärmbelastung reduzieren, sagte Stolpe.

Auf Nachfrage von Stadtrat Günter Schlecht (SPD) zerstreute Klinikgeschäftsführer Armin Müller die Sorge, das östlich des eigentlichen Klinikums geplante Ärztehaus könnte Fachärzte aus der Lörracher Innenstadt abziehen. Es gehe ausschließlich um die Ansiedlung jener Praxen, die schon jetzt aufs Engste mit dem stationären Krankenhausbetrieb verknüpft seien. Dazu zählt auch die Dialysepraxis, die bisher noch einen von zwei Standorten in der Basler Straße habe. Diese Standorte würden bei der neuen Klinik zusammengeführt.

Noch keine sicheren Lösungen gibt es bei der Verkehrsfrage. Landkreis, Stadt und Klinikbetriebe würden in ihren jeweiligen Zuständigkeiten alles dafür tun, dass zur Fertigstellung der Klinik auch die Anbindung an die B 317 und die S-Bahn-Station fertig seien, sagte Landrätin Dammann. Denn die beste Klinik nütze nichts, wenn sie nicht erreichbar sei.