Nach langen Diskussionen steht der Bebauungsplan für den Lerchenhof kurz vor seiner Aufstellung. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat dem Gemeinderat einstimmig empfohlen, dem Entwurf des Bebauungsplans der Innenentwicklung mit den örtlichen Bauvorschriften und der Offenlage zuzustimmen, sodass die Baugenossenschaft Lörrach in dem Gebiet zwischen Kreuz- und Brühlstraße nächstes Jahr bauen kann.

Etwa 30 neue Wohnungen sollen dort entstehen, wo seit dem Abriss des früheren Gebäudes im Jahr 2014 eine Baulücke klafft. Geplant ist ein etwa 70 Meter langer Neubau mit teilweise vier und teilweise sechs Vollgeschossen sowie die Aufstockung des Gebäudes Brühlstraße 14 bis 16 um eine Etage. Laut Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic ist der mit der Baugenossenschaft vereinbarte städtebauliche Vertrag bereits unterschrieben.

Dieser regelt weitgehend die genaue Gestaltung des Vorhabens. Der Stadt war dabei das Erscheinungsbild der Erdgeschosse, die an der Brühlstraße liegen, besonders wichtig. Sie müssen sich ins städtische Umfeld integrieren, „die Öffentlichkeit des umliegenden Raumes ,aushalten’ und einen Mehrwert für die städtische Umgebung darstellen“, beschreibt dies der Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat. So wird am Kopfende des Neubaus ein klar öffentlich charakterisierter Raum mit bodentiefen Fenstern entstehen. Die nebenan gelegene Einfahrt in die Tiefgarage soll in die Fassade integriert werden, damit kein „Loch“ entsteht.

Auch auf der Seite der Kreuzstraße ist die Gestaltung durch den Vertrag klar geregelt, was der Baugenossenschaft ebenfalls einige Kopfschmerzen bereitete. Die seit dem Bau des benachbarten Gebäudes der Wohnbau Lörrach nur provisorisch gestaltete Bushaltestelle Niederfeldplatz der Stadtbuslinie 7 wird neu angelegt und dies mit der Gestaltung des Erdgeschossbereichs des Neubaus abgestimmt.

Diese Haltestelle wird sich auf dem Gelände der Baugenossenschaft befinden und die Stadt diese Fläche pachten. Vertraglich noch zu regeln ist in dem Pachtvertrag auch, dass die Stadt die Kosten für die Errichtung, Reinigung und Instandhaltung der Haltestelle übernimmt. Sie beabsichtigt auch, den angrenzenden Bürgersteig mit einem hohen Bordstein zu versehen, der einen barrierefreien Einstieg in den Bus ermöglicht.

Wie Heinz-Peter Oehler (SPD), der den großzügig gestalteten Innenhofbereich mit hoher Aufenthaltsqualität lobte, erwarten auch die anderen Fraktionen, dass das Projekt das Quartier aufwertet. Auch die Gestaltung des Außenbereichs und der Fassaden muss die Baugenossenschaft mit der Stadtverwaltung abstimmen. Dass die Abstände zu den benachbarten Gebäuden geringer als vorgeschrieben sind, führe zu keinen Beschwerden, teilte Monika Neuhöfer-Avdic auf Nachfrage von Claudia Salach (Grüne) mit. Dies sei mit deren Eigentümern bereits vereinbart worden.

Die Baugenossenschaft wollte ursprünglich ein höheres Gebäude mit mehr Wohnungen bauen und hatte sich beklagt, dass die Auflagen der Stadtverwaltung das Projekt deutlich verzögert hätten. Neuhöfer-Avdic stellte im AUT erneut fest, es sei richtig gewesen, für dieses Vorhaben der Innenverdichtung einen Bebauungsplan aufstellen zu lassen. Nun werde sich zeigen, dass schnell mit dem Bau begonnen werden kann. Die meiste Zeit bei diesem Planungsverfahren habe der Gestaltungsbeirat der Stadt in Anspruch genommen, sagte Ulrich Heuer (CDU).