Das Autohaus Golz führt den Betrieb trotz Insolvenz weiter. Inhaber Andreas Golz ist zuversichtlich, die Krise zu überstehen und das Unternehmen in der Insolvenz sanieren zu können. Der Liquiditätsengpass, der den Gang zum Amtsgericht nötig gemacht habe, sei eine Folge unglücklicher Umstände. Unter anderem nannte Golz lange Lieferzeiten für bereits verkaufte Autos als einen der Gründe. Auch Insolvenzverwalter Thomas Kaiser ließ am Dienstag keinen Zweifel daran, den Betrieb mit 35 Beschäftigten bis auf Weiteres fortzuführen.

Nachdem die Automobile Golz GmbH wie gestern berichtet in der vergangenen Woche den Insolvenzantrag gestellt hatte, verschaffte sich der zum vorläufigen Insolvenzverwalter berufene Freiburger Anwalt Thomas Kaiser am Montag in Lörrach einen Überblick. Am Dienstag sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung, der erste Eindruck sei gut. Aus Sicht der Insolvenzverwaltung sei nun zu prüfen, ob es sich um einen Sanierungsfall handle. Insgesamt falle die erste Bewertung positiv aus. Der Betrieb mit 35 Mitarbeitern werde weitergeführt. Das betreffe sowohl den Handel wie auch Service und Werkstatt.

Zunächst müsse die Insolvenzverwaltung dafür Sorge tragen, dass Automobile Golz weiter beliefert werde. Dies gelte sowohl für den Hersteller als auch für die Versorgung mit Ersatzteilen. Er gehe zu 100 Prozent davon aus, dass bei der vorhandenen Substanz des Unternehmens ein Insolvenzverfahren eröffnet werde. Für die Vorbereitungen werde er einige Wochen benötigen, so dass das Verfahren voraussichtlich am 1. November beginne, sagte Kaiser. Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist die erste Hürde für eine potenzielle Sanierung des Unternehmens.

Auch Andreas Golz geht davon aus, das Unternehmen durch das Insolvenzverfahren bringen zu können. „Die Entwicklung ist tragisch, aber auch eine Chance“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Er selbst sei noch an Bord und habe auch vor, es zu bleiben. „Die Einnahmen stimmen“, sagt Golz. Ziel sei, den Betrieb weiterzuführen. „Dazu steht auch Peugeot“, sagt der Inhaber. Golz ist die einzige Peugeot-Niederlassung zwischen Freiburg und Waldshut. Die Firma habe einen Stamm von 10 000 aktiven Kunden. Auch stehe er zu den Investitionen in den Betrieb im Entenbad. Wegen der kurzfristig entstandenen Lücke bei der Liquidität sei er gezwungen gewesen zu handeln und zum Insolvenzgericht zu gehen.

40 verkaufte Autos in Warteschleife

Nach Einschätzung von Golz hat das Zusammenfallen von mehreren Ursachen zur jetzigen Situation geführt. Zu 50 Prozent, so Golz, seien die langen Lieferzeiten von Peugeot-Citroën für den Liquiditätsengpass verantwortlich. Bereits verkaufte Autos könnten bei gefragten Modellen zum Teil erst nach zehn Monaten ausgeliefert werden. Nach Angaben von Golz seien bei ihm rund 40 bereits verkaufte Autos in der „Warteschleife. „Hätte ich im Frühjahr mehr Fahrzeuge geordert, die ich ab Hof hätte verkaufen können, wäre es nicht zu diesem Engpass gekommen“, sagt Golz. Sein Unternehmen verkaufe gut, aber die Erträge kämen zu spät. Man bewege „riesige Summen“, aber manch ein Geschäft rentiere sich erst, wenn es vollständig abgewickelt sei, also etwa auch mit dem Verkauf des in Zahlung genommenen Gebrauchtwagens.

Zu den Liquiditätsengpässen infolge der Lieferzeiten sei erschwerend hinzugekommen, dass Golz wegen des Umzugs von Binzen an den Stammsitz in Lörrach und wegen der Urlaubszeit die Werkstattkapazitäten heruntergefahren habe. Nun seien alle Mitarbeiter, deren Gehälter vorübergehend von der Agentur für Arbeit übernommen werden, wieder bei der Arbeit. Niemand habe nach der Insolvenz das Unternehmen verlassen, die Werkstatt sei voll ausgelastet.